Fullewasser - Horst Seidenfaden/Frank Thonicke

  • Fullewasser - Horst Seidenfaden/Frank Thonicke


    Klappentext
    Mord zum Zisselauftakt. Der Eisverkäufer Gianni Nobile entdeckt eine Leiche in der Fulda. Ein Fall für die Kasseler Kripo. Kriminalhauptkommissarin Anke Dankelmann und ihr Kollege Bernd Stengel ermitteln.
    Der Schaustellergehilfe Thomas Hill wurde erstochen, bevor sein Mörder ihn in den Fluss warf. Die Spurensicherung findet die Tatwaffe auf dem Grund der Fulda. Auf dem Messer ist der Name des Besitzers eingraviert, und der ist Küchenchef in der Rathauskantine. Und spurlos verschwunden.
    Das Ermittlerduo Dankelmann und Stengel trifft auf namhafte und skurrile Persönlichkeiten, den muslimischen CDU-Abgeordneten Yussuf Ben Said, den immer schwitzenden Ordnungsamtschef Frischeisen und den protzigen Karussell-Kurt, und muss bald feststellen: Im Rathaus laufen illegale Geschäfte ab. Doch wer ist der Drahtzieher und wer hatte einen Grund, den harmlosen Hill umzubringen?


    Über die Autoren
    Horst Seidenfaden, Jahrgang 1956, geboren in Kassel. Abitur und Zivildienst in Kassel, Volontariat bei der HNA, Lokalredakteur in Hann.Münden, studierte einige Semester VWL und Wirtschaftswissenschaften in Marburg und Kassel. Seit 1982 bei der HNA, zunächst als Wirtschaftsredakteur, dann Leiter der Wirtschaftsredaktion, anschließend Lokalchef in Kassel, seit 1996 stellvertretender Chefredakteur, seit 2002 Chefredakteur.
    Frank Thonicke, Jahrgang 1955, geboren in Berlin. Studium der Politologie, Germanistik und Publizistik an der FU Berlin. Bevor er seinen Abschluss machen konnte, begann er als Journalist zu arbeiten. Zunächst als Redakteur beim Berliner "Abend", seit 1979 bei der HNA: Erst im Lokalen Kassel, danach als Chef der "Sonntagszeit", dann als Chefreporter. 2006 Gewinner des Wächterpreises der deutschen Tagespresse, der höchsten Auszeichnung, die deutsche Zeitungen vergeben.


    Eigene Meinung
    Das Büchlein "Fullewasser" hat nur 93 Seiten, von daher ist es schwierig, wenn anfangs die Dialoge mehr als hölzern und konstruiert wirken und dazu noch krampfhaft witzig. Ebenso konstruiert wirkt der CDU-Abgeordnete, der zum Islam konvertiert und eigentlich schwul ist...
    Ab dem zweiten Drittel wird das aber besser und das Buch lässt sich gut lesen. Es ist ein Krimi rund um das Kassler Volksfest "Zissel", bei dem dem Hering gehuldigt wird. Ein Schausteller wird ermordet aufgefunden und bei den vielen Besuchern ist es schwierig, einen Verdächtigen zu ermitteln. Nebenbei stellt man aber fest, dass es im Rathaus mit Bestechungsgeldern gearbeitet wird. Wer steckt hinter all diesen unschönen Dingen?


    Horst Seidenfaden und Frank Thonicke sind gute Moderatoren beim Offenen Kanal Kassel, "Alszus" ein gutes und interessantes Magazin und die HNA ist ja meist auch eine recht lesbare Zeitung - vielleicht sollten sie dabei bleiben, statt Krimis zu schreiben. Das Buch besticht durch nordhessischen Lokalkolorit, allerdings sind die Dialoge anfangs wirklich unerträglich gestellt und nicht komisch. Da gibt es wahrlich schönere und bessere Lokalkrimis.

  • Da bin ich so lange hinter diesem Buch hergewesen... und dann das!!!
    Dieser Kassel-Krimi ist in der Tat nicht ganz so unerträglich geschrieben wie die davor und der eine danach. Bei der Schreibweise kommen die aus meiner Sicht typischen nordhessischen Charakterzüge durch: bloß nicht zu offenherzig sein und immer schön nüchtern erzählen. Gut, die Pseudowitze sind etwas Eigenes von wem auch immer. Die Charaktere hätten mehr Tiefe vertragen können - auch wenn es dadurch mehr Seiten geworden wären. Die Hintergründe des Mörders kommen trotz des eigentlich tiefgehenden Themas sehr flach rüber. Nach dem Trubel um diesen Krimi hatte ich echt mehr erwartet.