Von Cinema:
Oliver Stone verarbeitete die grausamen Terroranschläge des 11. September 2001 zu einem erzpatriotischen Heldenstück ohne Höhen und emotionalen Zugang.
Sein „Alexander“ wurde von der Presse verrissen, mit seinem neuen Film hat er sich zumindest wieder in die Herzen der US-Zuschauer gespielt: Oliver Stone lässt in „World Trade Center“ das Grauen des 11. September 2001 auferstehen.
Nicolas Cage und Michael Pena („L.A. Crash“) spielen die Polizisten John McLoughlin und Will Jimeno, die den
Kollaps der New Yorker Twin Towers überlebten und bis zu 20 Stunden unter den Schuttbergen begraben waren. Bereits nach 20 Filmminuten brechen die Türme zusammen. Von da an wird „WTC“ zum biederen Nacherzählungskino über die klaustrophobische Tortur der Eingeschlossenen und die gleichzeitigen Seelenqualen ihrer Frauen und Familien. Vieles wiederholt sich, einmal erscheint in einer Vision sogar Jesus. Aber hinter der emotionalen Intensität, die der Brite Paul Greengrass zuvor im 9/11-Drama „Flug 93“ erzielte, bleibt „WTC“ weit zurück.
Stattdessen inszeniert Stone den Mythos einer vereinten Nation, die durch den Terrorschock nur stärker geworden ist. Man durfte mehr von ihm erwarten.
Originaltitel: World Trade Center, USA 2006
Regie: Oliver Stone
Darsteller: Nicolas Cage, Michael Pena, Maggie Gyllenhaal, Maria Bello, Stephen Dorff, Jay Hernandez, Michael Shannon, Connor Paolo, Morgan Flynn, Jon Bernthal
Länge: 129 Min., FSK: ab 12, Kinostart: 28.09.2006
Meine Meinung:
Ich kann mich cinema im Grossen und Ganzen anschliessen. Auch ich hätte von Oliver Stone mehr erwartet.
So bleibt der Film eigentlich ein "beliebiger Katastrophenfilm" - der Bezug zum 11. September fehlt mMn fast ganz.
Kein Film der fesselt, beeindruckt oder einen gefangen nimmt.