Der Kalenderblattmörder - Marek Krajewski

  • Kurzbeschreibung


    Ein Kriminalfall aus dem Breslau der zwanziger Jahre. »Krimi des Jahres 2004« in Polen


    Breslau 1927. Die Damen der Gesellschaft geben sich in ihren eleganten Wohnungen der Leidenschaft für Musik hin und feiern nebenbei gern auch mal eine Orgie. In den Kneipen hocken verkommene Gestalten, in Hinterzimmern wird Kokain geschnupft, und der selbsternannte Prophet Aleksiej von Orloff verkündet in gutbesuchten Vorträgen den Weltuntergang. Da werden in der Stadt mehrere grausame, akribisch geplante Morde verübt. Ein Musiker wird bei lebendigem Leibe eingemauert, ein Schlosserlehrling in Stücke gehackt, ein Stadtrat mit einer Klaviersaite an einem Fuß am Kronleuchter aufgehängt und erstochen. Bei jedem der Opfer findet man ein abgerissenes Kalenderblatt.


    Kriminalrat Eberhard Mock wird mit den Ermittlungen beauftragt. Er gilt als »Jagdhund« mit unfehlbarem Instinkt, welcher allerdings hin und wieder von seinem Hang zum Alkohol getrübt wird. Obendrein wird Mock ausgerechnet jetzt von seiner Frau verlassen und sein Neffe, für den er sich verantwortlich fühlt, gerät auf die schiefe Bahn. Am liebsten würde sich Mock ganz dem Studium der lateinischen Literatur widmen ... Doch statt dessen muß er in den Stadtarchiven jahrhundertealte Dokumente studieren, die ihn auf die Spur des Mörders führen sollen.


    Über den Autor


    Marek Krajewski, geboren 1966, ist Altphilologe und Dozent an der Universität Wroclaw. Mit Kriminalrat Mock hat Krajewski eine interessante und vielschichtige Ermittlerfigur geschaffen, der er weitere Romane widmen will.


    Meine Meinung


    Ich hatte mir von dem Buch mehr erhofft. Dies ist der zweite Fall von Kriminlarat Eberhard Mock, ein egoistischer Ermittler, aber auch brutal gegenüber seiner Frau, was ihn sehr unsympatisch rüberkommen lässt. Die Geschichte zieht sich so hin, keine Spannung oder Wendungen die ein Krimi haben sollte. Auch ist der Kriminalrat zu sehr mit seinen privaten Problemen beschäftigt, was mit der Zeit ziemlich nervt.
    Das Buch kann ich nicht weiterempfehlen.

  • Also, ich muss mich Cassandra anschließen.


    Ich habe das Buch auch in im Rahmen einer Volltreffer-Runde gelesen und bin froh, das ich dafür kein Geld ausgegeben habe.


    Es gibt zwar einen (in den Grundzügen durchaus interessanten) Kriminalfall - aber ich habe ständig das Gefühl gehabt, das der eigentlich nur im Hintergrund mitläuft. Viel eher ist das Buch ein Roman über die Lebensart in Breslau um 1930 herum.


    Es ist düster und irgendwie "verkommen" - Drogen, Sex und Brutalitäten bestimmen das Buch. Spannung konnte ich auch nur ansatzweise an ganz wenigen Stellen erkennen.


    Vor allem die negative Darstellung der Personen hat mich gestört - ich meine, Thriller haben ja öfter mal eine Art "Antihelden" zur Hautperson, aber die sind wenn schon nicht sympathisch so doch wenigstens interessant. Eberhart Mock hat aber so gar nichts, was mich angesprochen hätte ...

  • Hallo,


    Habe es gerade fertig gelesen und kann mich Cassandra und den anderen Vorschreibern nur anschließen. Zu brutal, unsympathisch und nicht so recht glaubhaft (oder soll es in den 20ern keine normale Ermitttlungsarbeit gegeben haben?)
    Fand auch "Tod in Breslau" vom gleichen Autor nicht besonders gut.


    viele Grüße von doctrix