
Schreibwettbewerb Mai 2006 - Kommentare
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Nachfolgend meine Kommentare zu den Kurzgeschichten:
A' SchmarrnDie Idee den Schreibwettbewerb zum Thema zu machen hat mich leider nicht fasziniert.
Das erinnerte mich an manches in der jungen deutschen Literatur, wenn die Autoren sonst keine Idee hatten und dann den Literaturbetrieb thematisieren.
Nicht nach meinen GeschmackBetreutes Wohnen
Nachdem ich die Geschichte kurz unterbrechen musste, hatte ich anschließend keine Lust mehr, sie weiter zu lesen. Beim zweiten Anlauf fand ich sie aber ganz witzig,
Seelenheil
Die psychologische Innenschau einer gestörten Seele hatte Ansätze.
Andererseits habe ich das in diesem Stil auch schon in vielen Psychothrillern gelesen, so dass mir leider etwas die Originalität fehlt. Nach dem zweiten Mal lesen hätte ich aber doch Punkte für diese Story vergeben.Von oben betrachtet
Stilistisch nicht schlecht, aber als Leser muss ich sagen, die Typen und Dialekte sind nicht nach meinen Geschmack und so gefiel mir die Story einfach nicht. Vom Niveau her wäre es mir schon Punkte wert gewesen.
Unterwegs
Der Wechsel zwischen Innenansicht und äußeres Geschehen haben mir sehr gefallen, Schuldgefühle, Angst und Trotz wurden dabei transparent gemacht.
Allerdings fand ich die Charaktere teilweise zu stereotyp, der verärgerte Vater, die beruhigende Mutter, der drängende Freund, das nachgebende Mädchen.
Das hätte etwas origineller sein dürfen.
Stilistisch hat mir die Geschichte aber sehr gut gefallen. Daher 2 Punkte.
Paradiesisch
Geschichten mit diesem Thema gab es schon zu oft.
Aber die Ironie ist immerhin sehr schön spürbar gewesen.Die Stereoanlage
Mein Favorit.
Der Storyverlauf und die Dialoge haben mich sehr amüsiert und ich konnte gut mitfühlen.
Die Ironie der Geschichte kam auch in der Ausgestaltung der Charaktere gut zum Tragen, wenn auch Opa und Oma etwas stereotyp wirkten. Aber dadurch gewann natürlich der Protagonist an Gestaltung.
Da die Geschichte mir auch sprachlich sehr gut gefiel, hätte ich große Lust, mehr von diesem Autor oder Autorin zu lesen. 3 Punkte.Verliebt in Berlin in Lotta in Love
Die Geschichte ist offensichtlich eine Satire auf die Belanglosigkeit von Seifenopern im Fernsehen.
Da ich Verliebt in Berlin aber noch nie gesehen habe, ging sie größtenteils an mir vorbei, so dass ich leider dachte: Ob ich diese Geschichte lese oder in China ein Sack Reis …
Um ein HaarBei dieser Geschichte war sofort klar, dass es auf eine Pointe auslaufen würde, aber auf welche? Dadurch gewann die Story ihre Spannung und die Pointe funktionierte dann tatsächlich.
Dass die größte Wespe in ihrer Ansprache versucht zu überzeugen, rechtfertigt das dicke Auftragen.
Aber einen so langen Satz wie „Der Regen, der früher die Blumen … fließt nun das Meer“ musste ich mehrmals lesen, um ihn zu verstehen. Das könnte vielleicht noch lektoriert werden.
Die abschließende zu moralisierende Warnung fand ich zu naiv. An der Stelle gefällt mir der Ton der Story nicht mehr. Trotzdem: 1 Punkt. -
A' Schmarrn
Ein Autor merkte wohl nach langem Grübeln:
„Zum Thema fällt mir wirklich gar nichts ein.“
Wer wollte es dem Autor schon verübeln:
Auch Einfallslosigkeit kann Thema sein...Sprachlich sehr schön. Talent ist wohl zu sehen.
Wir finden hier so manchen netten Satz:
„Papier flieht vor den sprudelnden Ideen“.
Ich fliehe auch. Für Punkte ist kein Platz.Betreutes Wohnen
Am Anfang war das Thema. Google führte
die Dichterin zu Nietzsche. Sie biss an,
weil sie als Eule instinktiv erspürte,
dass Nietzsche durchaus Punkte bringen kann.Der klare Vorsprung vor den and’ren Eulen
ist der Beweis: Wer sinnvoll klug zitiert,
gewinnt das Spiel. Die Konkurrenten heulen.
Auch ich. Doch hier wird neidlos gratuliert ...Seelenheil
Gar düster kommt der Held dieser Geschichte
daher. Im Beichtstuhl wird das Grauen offenbar.
In atmosphärisch eindrucksvoller Dichte
macht uns der Autor ohne Gnade klar:Wohl ratsam ist es, hier ’nen Punkt zu ziehen.
Mein Spiegelbild voller Respekt erbleicht.
Die Augen schwarz. Bleibt mir noch Zeit, zu fliehen?
Ich geb’ dir einen Punkt. Und hoff’, das reicht...Von oben betrachtet
Da sitzen sie. Sie quatschen und sie saufen,
und nebenbei spielt sich ein Drama ab.
Ich sitz dabei und möcht die Haare raufen,
weil es dafür zu wenig Punkte gab.Ein toller Text. Das Thema gut getroffen.
Der Dialog lebendig und brillant.
Von mir drei Punkte. Und es bleibt zu hoffen:
Beim nächsten Mal wird Qualität erkannt ...Unterwegs
Wenn Eulen über and’re Eulen richten,
dann sind sie manchmal ziemlich ungerecht.
Es gibt zum Beispiel einige Geschichten,
die sind nun wirklich absolut nicht schlecht.Auch „Unterwegs“ ist gut. Und doch. Es rührte
sich Unmut tief in meinem Männerbauch,
was gnadenlos zur Punktverweig’rung führte.
Thema verfehlt – Ja, unfair bin ich auch...Paradiesisch
Der Mann ist dumm. Die Frau ’ne schlimme Nummer.
Und sogar ER erliegt dem Charme der Frau.
Zu viel Klischees erzeugen schon mal Kummer,
wenn ich auf dieses Paradies da schau.Ein Feigenblatt als String und eins als Bluse.
Der Mann bleibt hinten völlig unbedeckt.
Im Paradies regiert die leichte Muse.
Zwischen Klischees ist fast Humor versteckt...Die Stereoanlage
Der Sound ist dumpf. Man hört nur schiefe Töne.
Die Story plätschert leise vor sich hin.
Ich suche es, das Neue und das Schöne
und merke, dass ich schon am Ende bin.Wo ist der Witz? Der Klang ist brav und bieder.
Das Thema „Werbung“ war doch längst vorbei?
Die Anlage, sie spielt nur alte Lieder.
Von Punkten halte ich sie lieber frei.Verliebt in Berlin in Lotta in Love
Man nehme einige recht große Zahlen,
und mische sie in einen Text hinein,
beschreibe konstruierte Serienqualen
und hacke alles sprachlich extra fein.Anschließend noch mit Ironie verrühren.
Und was kommt dann am Ende dabei raus?
Nun ja, man konnte das Bemühen spüren.
Was einen Punkt wert ist, sieht anders aus...Um ein Haar
Bis ganz zum Schluss zu bangen und zu warten,
das strapaziert ja endlos die Geduld.
Gibt es denn diesmal keine richtig harten
Gewissensfragen? Keine Menschenschuld?Beruhigt lehn ich mich nach der Lektüre
zurück, es war Verlass auf mein Gespür.
Im Magen allerdings wächst, wie ich spüre,
bei soviel Moralin wohl ein Geschwür...edit: Um weiteren Rückfragen vorzubeugen: Die weiblichen oder männlichen Formen (Autor - Dichterin...) sind reine Spekulation und keineswegs Wissen. Bin selbst gespannt
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A Schmarrn
Ja, wirklich. Dieser Text ist ein Schmarrn. Das Problem so einiger Textwettbewerbe - es kommen immer wieder Leute, die meinen es wäre eine hervorragende Idee den Wettbewerb und seine Tücken zum Thema zu machen und sich so um eine richtige Idee herumzudrücken.Betreutes Wohnen
Plätschert schön vor sich hin, reisst nicht vom Hocker, aber ich fand's nett. Schöner Aufhänger zum vorgegebenen Thema. Bester Text im Feld.Seelenheil
Interessanter Plot, der merklich an der Kürze des Textes leidet. Schade. Vielleicht sollte der Verfasser/die Verfasserin mit mehr Zeit und Worten mal versuchen mehr daraus zu stricken.Von oben betrachtet
Das ist mir zuviel Dialog der noch dazu viel zu wenig Inhalt transportiert. Ich bekomme als Leser nicht erzählt, wer da mit wem und warum spricht, was das ganze Gespräch überhaupt soll. Zwar bin ich niemand, der sich am Thema aufhängen möchte, aber hier konnte ich nun wirklich überhaupt keinen Bezug herstellen.Unterwegs
Gab es überhaupt schon mal einen Wettbewerb, in dem keine Story einer Selbstmörderin, Schwangeren, Vergewaltigten oder anderweitig von rücksichtslosen Männern gepeinigten, ausgenutzten oder unverstandenen Frau mit von der Partie war? Es gibt keinen Plot, außer stereotype Verhaltensmuster keine Charakterzeichnung, nichts was mich mitreisst.Paradiesisch
Hätte sogar ein mehr als "ganz nett" werden können, aber irgendwie holpert mir das an zu vielen Stellen und die hübsche Grundidee geht letztlich in viel Blabla unter. Trotzdem in dieser Runde ein Punktekandidat, auch wenn der Text besser hätte sein können, das Potential wäre vorhanden.Die Stereoanlage
Hä? Was ist das für ein Schluss? Das Ende ist völlig unmotiviert, passt überhaupt nicht zum Rest der Story und macht dadurch ganze Gebilde tatsächlich zunichte.Verliebt in Berlin in Lotta in Love
Oh, wie humorig. Nein, als ironisches Posting in irgendeinem Soap-Opera-Topic hätte ich darüber ja noch geschmunzelt, als Beitrag zu einem Schreibwettbewerb ist das Ding fehl am Platz.Um ein Haar
Was für ein Schmonzes. Ich hatte meine liebe Mühe dem ständig erhobenen Zeigefinger im Text auszuweichen und dem Inhalt meine Aufmerksamkeit zu schenken. Den Text rettet eigentlich nur noch, dass es leider haufenweise richtig öde andere Texte im Wettbewerb gibt. Stand-alone wäre das Ding ein Totalausfall.Oje,
Doc
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A' Schmarrn
Sorry, das Leiden des Autors, dem nix einfällt, ist nicht das, was ich gern lese.Seelenheil
Ist zwar nicht mein Lieblingsgenre, aber handwerklich okay, die dunkle Geschichte.Von oben betrachtet
Bisschen viel Slang, aber schön beobachtet. Leider kommt mir die Erzählidee eher dünn vor. Oder habe ich was überlesen?Unterwegs
Hm. Ich hadere mit dem letzten Abschnitt. Die Sprechweise empfinde ich als nicht stimmig. Vielleicht liegt es daran, dass dieser Konflikt nicht mit 500 Wörtern erzählt werden sollte, hier hätte ich mir die doppelte Länge gewünscht.Paradiesisch
Endlich mal was Locker-Leichtes. Okay, die Idee ist nicht neu, aber das macht in dem Fall nichts.Stereoanlage
Hier empfinde ich die Erzählidee als zu mager.Verliebt in Berlin in Lotta in Love
Solchen Humor liebe ich und solches Herziehen über Endlosserien erst recht. Gefällt mir! Den ehrenvollen Titel "TV-Junkie" vom letzten Schreibwettbewerb gebe ich hiermit feierlich weiter!Um ein Haar
"Die kleine Wespe schlug aufgeregt mit den Flügeln"
Solche Sätze lese ich nicht gern in Geschichten, die für Erwachsene bestimmt sind. In Kindergeschichten übrigens auch nicht. Hier würde ich gehörig überarbeiten und alles Niedliche rauswerfen, auch alles, was nach Belehrung und Korrektheit klingt. Die Erzählidee zumindest ist nicht übel, daraus lässt sich mehr stricken.Lieben Gruß
polli
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A’Schmarrn – Immer wieder gibt es beim Schreibwettbewerb Geschichten, die nicht das Thema sondern das Ringen mit dem Thema zum Inhalt haben. Ich persönlich mag solche Beiträge nicht, weil ich lieber eine gelungene Geschichte lese als zu erfahren, dass dem Schreiber nichts Rechtes einfallen wollte. Hinzu kommt, dass dieser Text sehr bemüht und aufgesetzt klingt, für meinen Geschmack etwas zu schwülstig und pathetisch. Aber mir scheint, der Autor hat das alles gewusst, sonst hätte er (oder sie) seiner Geschichte nicht diese Überschrift gegeben. J
Betreutes Wohnen – Toll, was hier aus dem Thema geworden ist. Gut erzählt, jedes Wort stimmt, glaubwürdige Dialoge. Ich bin beeindruckt und ein bisschen neidisch. 3 Punkte.
Seelenheil – Ich bin mir nicht sicher, ob ich diese Geschichte verstanden habe. Eine verirrte Seele, die glaubt, eine besondere Gabe zu haben und vermeintlich böse Menschen tötet? Mir ist die Schreibweise zu emotional – aber das ist eine Frage des Geschmacks.
Von oben betrachtet – Ein Dialog, der mich mit seiner scheinbaren Belanglosigkeit genervt hat – bis zur Auflösung am Schluss. Da bekam die Geschichte doch noch Qualität. Aber der Weg war ein wenig zu lang. Authentischer Dialog, nicht ganz leicht zu lesen.
Unterwegs – Keine neue Geschichte, aber schön erzählt. Nichts zu meckern.
Paradiesisch – Die erste Vertreterin des weiblichen Geschlechts war ein intrigantes Miststück. – Ich habe mich amüsiert, und auch die Pointe gefällt mir. 2 Punkte.
Die Stereoanlage – Gut geschrieben, leider fehlt es der Geschichte an Dramatik, sodass sie doch etwas langweilt.
Verliebt in Berlin in Lotta in Love – Sehr (irr)witzig, was sich in dieser Serie abspielt. Ich habe laut gelacht. Das Erschreckende (und Belustigende) ist, dass der Plot wahrscheinlich schon längst in das ein oder andere Drehbuch eingebaut wurde – denn für die Zahnspangenzielgruppe kann die Handlung anscheinend nicht haarsträubend und abartig genug sein… 1 Punkt.
Um ein Haar – Interessanter Ansatz, die Welt aus der Perspektive eines Insektenvolks zu betrachten. Ich wurde beim Lesen jedoch das Bild nicht los, wie die Biene Maja vor dem Wiesenvolk eine flammende Rede hält und das Volk hüpfend und flatternd in begeistertes „Jaaa, jaaaa!“ ausbricht. Irgendwie ähnelte die Redeweise der Anführer-Wespe auch sehr der Biene Majas. Enttäuschendes Ende – eine etwas zu klein geratene Revolution.
Churchills Kommentare – 4 Punkte.
Das Thema „Jenseits von Gut und Böse“ – 0 Punkte. Wenn schon eine Redensart, dann doch lieber eine, deren ursprüngliche Bedeutung nicht im Laufe der Jahrhunderte verfälscht und verwässert wurde, sodass niemand mehr weiß, was sie eigentlich sagen und was man sich darunter vorstellen soll...
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Zitat
Original von polli
Um ein Haar
Hier würde ich gehörig überarbeiten und alles Niedliche rauswerfen, auch alles, was nach Belehrung und Korrektheit klingt.Das sehe ich genauso
ZitatOriginal von polli
Die Erzählidee zumindest ist nicht übel, daraus lässt sich mehr stricken.
polliDas auch!
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Die Kommentare zu den einzelnen Geschichten zu lesen, ist immer hochinteressant. Aber die Gedichte von Churchill sind ein wahrer Genuss!
LG, Inge
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Ein schwieriger Schreibmonat - ich fand keinen echten Favoriten, und meine Punkte habe ich eher "zufällig" verteilt. Allerdings ist es schön, dass es überhaupt Beiträge gab. Mein Text ist z. B. nicht fertig geworden, er hängt in der Überarbeitung fest. *seufz*.
Nun denn - meine subjektive, unfaire Kritik:
A´ Schmarrn
Wenn man böse wäre würde man sagen: der Titel ist Programm. Wahrscheinlich drückt der Text ganz gut das Unbehagen mit dem Thema aus, leider findet er keine eigene Sprache. Wenn solche "Metatexte" gut gemacht werden, können sie aber funktionieren.Betreutes Wohnen
Nicht schlecht, aber mir fehlt etwas - plastische Charaktere. Ich konnte bei keinem Satz in die Geschichte einsteigen.Seelenheil
Auch einer der besseren Texte, aber er kommt nicht ins erzählen. Der Gedanke, den "Himmel zu rasieren", finde ich zwar charmant, aber geht leider nicht auf. Der letzte Satz geht dann gar nicht.Von oben betrachtet
Schön, so ein reiner Dialogtext. Die "Pointe" ist mir aber deutlich zu schwach.Unterwegs
Ich mochte die Aufteilung, und insgesamt die Sprache (trotz zu vieler Adjektive). Gab Punkte.Paradiesisch
Für mich funktioniert der Text so noch nicht. Ich weiß noch nicht, woran es tatsächlich liegt - einige Dialoge sind mir aber definitiv zu ungenau.Die Stereoanlage
Das Einbinden von "Jenseits von Gut und Böse" war mir zu gewollt, nach dem Lesen stand ich mit leeren Händen da.Verliebt in Berlin in Lotta in Love
Hat von mir drei Punkte bekommen. Um genau zu sein eigentlich nur ein Satz: "In dieser Folge erleben wir außerdem, wie in China ein Sack Reis umkippt, weil er ebenfalls in Jutta verliebt ist." Wunderbar!Um ein Haar
Vorgestern war Douglas Adams Handtuchtag - die Geschichte passt dazu
Wespen planen den Aufstand gegen die Menschheit. Für den Gedanken gab es von mir auch Punkte. -
Ich bedanke mich bei allen, die meinen Beitrag gelesen haben, ganz besonders bedanke ich mich bei denen, die ihre Ansicht dazu geäußert haben.
Es hat mich sehr große Überwindung gekostet, an diesem Schreibwettbewerb teilzunehmen, gerade auch mit dem Wissen um meine doch sehr begrenzte Kreativität und mein sehr begrenztes Schreibvermögen. Mein Entschluss, es irgendwann einmal zu versuchen, der stand jedoch schon relativ lange vorher fest. Und es war auch von Anfang klar, dass ich mir wohl eine blutige Nase holen werde.
Wenn mir eines vollkommen klar war dann das: Eine Gefälligkeitsbeurteilung wird man bei den Eulen unter Garantie nicht bekommen. Vielleicht wollte ich aus masochistischen Trieben auch durch dieses Stahlbad der Kritik.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich mich auf absehbare Zeit mal wieder an diesem Wettbewerb beteiligen werde, es gibt eben Sachen, die ganz einfach keinen Sinne machen. Nur weil ich gern Klaviermusik höre, bedeutet es ja auch nicht, dass ich mich an ein Klavier setze und dieses Instrument beherrsche.
Es war eine sehr interessante Erfahrung hier mal mitgemacht zu haben. Nur ersetzen Erfahrungen eben nicht das handwerkliche Können. Viele Beiträge sehe ich nun mit ganz anderen Augen – meine Bewunderung für sehr viele Beiträge ist gestiegen.
Meine Danke ist wirklich ehrlich und aufrichtig gemeint.
In diesem Sinne wünsche ich allen ein angenehmes Wochenende.
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Hallo Voltaire,
spätestens jetzt müsste in diesem Fred eigentlich das altbekannte und von mir diesmal schon sehr vermisste Spiel beginnen:
Wer schrieb was?
Sprachlich ist in meinen Augen in diesem Monat (im Gegensatz zu vergangenen Wettbewerben )übrigens kein Beitrag dabei, der vermuten lässt, der Autor/die Autorin könne nicht schreiben...
Also: Keinesfalls aufgeben !
p.s. Welcher Text ist denn nun von Voltaire ?
Ich tippe auf die Stereoanlage... und wer schrieb den Siegertext "Betreutes Wohnen"`?
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Zitat
Original von churchill
p.s. Welcher Text ist denn nun von Voltaire ?
Ich tippe auf die Stereoanlage... und wer schrieb den Siegertext "Betreutes Wohnen"`?
Ich rate dann mal mit.........
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Voltaire, nicht aufgeben! Es ist nur ein anonymer Text, der mit vielen gnadenlos kritischen Augen betrachtet wird, mehr nicht ...
Wenn eine Handvoll Kommentare erkennen lässt, dass dein oder mein Text Mängel aufweist, dann ist das KEINE grundlegende Aussage über deine oder meine Fähigkeit, Texte zu verfassen, sondern Ansporn zum Überarbeiten.
Andererseits ist Lob am laufenden Meter auch kein Grund, sich für einen begnadeten, höchst talentierten Autoren mit immerwährender Bestsellergarantie zu halten :grin.Lieben Gruß
polli
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Zitat
Original von polli
Andererseits ist Lob am laufenden Meter auch kein Grund, sich für einen begnadeten, höchst talentierten Autoren mit immerwährender Bestsellergarantie zu halten :grin.Nicht ????????
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Nein, nicht. Ich denke, das Selbstbewusstsein, auch das, das sich auf die Schreibfähigkeiten bezieht, sollte sich eine gewisse Unabhängigkeit bewahren.
Natürlich halte ich mich einen Moment für grandios, wenn ich höre, dass mein Text veröffentlicht wird oder gar einen Preis gewinnt, aber sagt das wirklich etwas aus, außer dass Leute meinen Geschmack teilen?Mag sein, dass ich mit meiner Ansicht allein bin, aber ich sehe das recht nüchtern.
Lieben Gruß
polli
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Ich hinke hinterher (kein PC, kein I-Net nach k.o. des Systems und das für zehn lange Tage), wollte aber doch noch ein paar Sätze sagen.
Ich fand die Beiträge ziemlich gut im Rahmen dieses Forums. Ich war überrascht, was ein Thema, das etwas schwieriger zu bewältigen ist, so zutage fördert.
Tatsächlich schlägt sich die Anstrengung aber sprachlich-stilistisch nieder, thematisch nicht wirklich.
'Jenseits' war keine Geschichte, brav = konventionell waren wir alle.Abgestimmt habe ich nach 'Kuscheleffekt', also Wiederekennen, Vertrautheit, Verwendung von Stereotypen. Das war das, was allen Geschichten zugrundelag, auch dem Text, der keine Geschichte im eigentlichen Sinn war, nur eine Überlegung zum Schreiben.
churchill, Deine Kommentare waren wieder unschlagbar
Mit meinem Beitrag war ich btw weit weniger zufrieden als im vergangenen Monat.
churchill, Deine Stellungnahme hat mich gefreut, aber auch verwundert. Du hast recht in puncto Absicht/Idee, Du bist der Einzige, der das punktgenau kapiert hat, aber ich finde, es fasert aus, ohne daß ich den Finger drauf legen könnte.
Außerdem habe ich den Verdacht, daß mir die beiden Säufer letztlich zu nett geraten sind, in letzter Konsequenz also auf der guten Seite gelandet.Ihre Sprache ist übrigens alles andere als 'authentisch'. Sie ist künstlich, falsch. Aber danke für die Meinungen dazu, es zeigt mir, wie man 'durchrutscht'
Was sich aber nicht gehört, ich weiß es wohl!da hast Du es, ich glaube, das ist wirklich der Punkt. Die Moral. Sie ertränkt Deine Texte.
Schreib von jetzt an unmoralisch!
meine erste Reaktion auf den Text war Ärger. Nicht etwa, weil da wieder mal eine sinnlose Reflexion übers Schreiben stand, sondern weil es sichtlich von jemandem geschrieben wurde, die/der formulieren kann.
Wieso, fragte ich mich, verschwendet jemand Zeit für solche Sätze statt zu erzählen???
Verwirrt hat mich darüberhinaus, daß die/der Unbekannte sich durch die Themenwahl als blutige/r Anfänger/in geoutet hat, die verwendete Sprache aber auf jemanden wies, die/der routinierter sein mußte.
Echt, ich klebte an der Decke.
Seufz.
Gehe hin und schreibe!Erraten hatte ich übrigens polli, churchill (wer sonst macht Scherze übers Paradies??) und Tom, letzteres keine Kunst, der aktuelle Anlaß war ja da im Forum vor aller Augen.
Zeugin: eine Adminstra, die so lieb war, mich Verzwelfelte telefonisch über den Ablauf des hochwichtigen Schreibwettbewerbs zu informieren.