OT: Solo Hand
1. Band der Evan Horne-Reihe
Kurzbeschreibung:
Moodys Held Evan Horne war Jazzpianist und musste nach einem schweren Autounfall seinen Beruf an den Nagel hängen. Er bringt sich als Jazzkritiker für den berühmten Blue Note über die Runden und hängt Gedanken an die guten alten Musikerzeiten nach. Horne erfährt durch seine Exfrau, dass sein alter Musikpartner Lonnie Cole, von dem er sich einst im Streit getrennt hatte, mit kompromittierenden Fotos erpresst wird. Auf Wunsch Coles soll Horne Nachforschungen in der Szene anstellen. In einem Gespräch mit Cole und dessen Beraterstab erfährt Horne zu seinem großen Erstaunen, dass er vom Erpresser selbst als Vermittler vorgesehen ist. So gern er sich den Wünschen seines Expartners verweigern würde, sieht Horne doch ein, dass er seine Mitarbeit nicht versagen kann. "Gern Detektiv Rockford zu gucken, ist das eine; ein echter Detektiv zu sein, ist etwas ganz anderes." Dennoch macht sich Horne an die Arbeit, nicht zuletzt, um die tiefe Niedergeschlagenheit zu überwinden, die ihn seit seinem Unfall plagt. Und er improvisiert, wie er es von seiner Musik gewohnt ist. Was ihn aber bei seinen Ermittlungen erwartet, hätte er sich in seinen schwärzesten Träumen nicht ausgemalt.
Über den Autor:
Bill Moody ist auch im richtigen Leben Jazzmusiker. Geboren in Santa Monica, Kalifornien, studierte er Musik am berühmten Berklee College of Music in Boston und spielte mit Größen wie Jimmy Rushing, Junior Mance, Maynard Ferguson, Earl Hines und Lou Rawles, der nicht zufällig Ähnlichkeiten mit Lonnie Cole hat. Nach einigen Jahren in Europa und Las Vegas zog Moody nach San Francisco, wo er heute als Musiker und Schriftsteller arbeitet.
Meine Meinung:
Solo Hand ist ein leiser Krimi. Weder Mord und Totschlag noch knallharte Action beherrschen das Geschehen, sondern Erpressung, Verrat und Lügen. Evan Horne, der aus seiner Perspektive erzählende Protagonist ist eine sympathische, wenn auch nicht ganz einfache Figur, menschlich genug mit kleinen Schwächen um absolut authentisch zu wirken. Der Fall selbst, realistisch und in sich schlüssig, spielt im Jazz-Milieu, das mir selbst leider zu fremd ist, um all die Anspielungen und Namen zu erkennen, die das Lesevergnügen sicher noch erhöhen. Für alle Jazz-Fans und Liebhaber der leisen Krimi-Töne und für alle, die darauf neugierig sind, auf jeden Fall zu empfehlen!