Wie meine Abuela immer sagte, als ich ein Junge in Mexiko war: Zufälle sind nichts anderes als kleine Wunder, bei denen Gott beschließt, anonym zu bleiben. (Seite 258)
383 Seiten, 2 Karten, kartoniert
Originaltitel: Sea Glas Cottage
Aus dem Amerikanischen von Silvia Lutz
Reihe: Hope Harbor 8
Verlag: Francke Buch GmbH, Marburg 2023
ISBN-10: 3-96362-349-7
ISBN-13: 978-3-96362-349-3
Zum Inhalt (eigene Angabe)
Jack Colby hat in Hope Harbor ein Zuhause gefunden. Da steht plötzlich seine Vergangenheit in Gestalt von Christi Reece vor ihm, die ihn um einen Kredit bittet. Weshalb sollte ausgerechnet er, dessen Herz von Christi gebrochen wurde, ihr Geld leihen?
Doch es kommt noch schlimmer, als ihn ein Geheimnis aus der Vergangenheit einholt und sein Leben vollends auf den Kopf stellt.
Nun ist es ausgerechnet Christi, die ihm aus seiner Verlegenheit helfen kann.
Über die Autorin
Irene Hannon hat Psychologie und Journalistik studiert. Sie gab ihre hohe Stellung bei einem Weltunternehmen auf, um ganz als Schriftstellerin tätig zu sein. Sie hat zahlreiche Bücher geschrieben und etliche Preise gewonnen. Mit ihrer Familie lebt sie in Missouri.
- Die Seite zum Buch beim Verlag (mit Leseprobe)
- Die Übersichtsseite zur Autorin bei christliche-literatur.com
- Eine Reihenaufstellung aller Bände
Meine Meinung
Es war mir gar nicht bewußt, wie lange es seit der Lektüre des letzten „Hope Harbor“ Bandes her ist. Dies im Hinterkopf, war ich sehr schnell wieder in dem kleinen Küstenort in Oregon zuhause, zumal auch die „üblichen Verdächtigen“ recht bald wieder auftauchten - die beiden Möven Floyd und Gladys, Charley mit seinem Tacostand und die nie um einen freundliches Wortgefecht verlegenen beiden Pfarrer. Allerdings habe ich dann auch ein paar Mal nachdenken müssen, wer denn diese oder jene Figur war - in diesem Band tauchen viele Bekannte aus den vorherigen Bänden auf und es sei zugegeben, daß ich ein paar mal nachgesehen habe, wer das denn nun eigentlich gewesen war. Notiz an mich: keine so langen Pausen zwischen den einzelnen Bänden mehr.
Und noch etwas fand ich im Vergleich zu den früheren Romanen anders: die Thematik ist hier deutlich ernster, es tauchen - wenngleich auch nur in der Vergangenheit der Figuren - Dinge auf, die man in einem christlich geprägten Buch vielleicht so nicht unbedingt erwartet hätte. Mit anderen Worten: auch die schöne und friedliche Kleinstadt Hope Harbor bleibt von den Niederungen der rauhen Wirklichkeit nicht verschont.
Allerdings mit einem Unterschied zu so manch anderem Buch: nirgendwo gleitet die Autorin ins Depressive ab, in düstere Stimmung, die einen möglicherweise „herunterziehen“ könnte. Auch in den Schilderungen von schlimmen Zeiten macht sich nie Hoffnungslosigkeit breit, sondern man hat immer eine Ahnung, daß es gut ausgehen könnte (bzw. wird). Das macht dieses Buch für mich auch auf den Seiten mit ernstem Inhalt zu einem Wohlfühlbuch.
Es dauert eine ganze Weile, bis man als Leser den vollen Überblick darüber hat, was da in der Vergangenheit zwischen Jack und Christi geschehen ist, daß er noch immer dermaßen sauer auf sie ist. Das Geheimnis aus Jacks Vergangenheit, von dem die Rede ist, hatte ich in dieser Art nun gar nicht erwartet. Hinzu kommt eine Nebenhandlung um Steve und Beth, die selbst für einen eigenen Roman gut wäre.
Um nichts zu verraten, will ich auf die „ernsten Themen“ hier nicht weiter eingehen. Sie kreisen um Schuld und Vergebung, darum, das Alte hinter sich zu lassen und neu beginnen zu können, darum, die richtigen Konsequenzen aus Erlebtem, Erlittenem und gemachten Fehlern zu ziehen. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, wie einfach sich das hier liest und wie schwer das allerdings ist, wenn es verwirklicht und gelebt werden soll. Im Buch wie im richtigen Leben.
Wer die Buchreihe kennt, kann sich auch in den aussichtslos erscheinenden Szenen vorstellen, daß es am Ende irgendwie gut ausgehen wird, sonst wäre der früher verwendete Begriff „Wohlfühlbuch“ auch falsch. Im Unterschied zu den bisherigen Bänden hatte ich jedoch hier das Gefühl, daß die Autorin hier deutlich ernstere Inhalte in die Geschichte verwoben hat, was dem Roman gut bekommen ist. Aber wie bei den bisher erschienenen Büchern der Reihe gilt auch für dieses, daß es für sich alleine verständlich ist. Informationen von früher, die man zum Verständnis kennen sollte, sind an passender Stelle eingefügt.
Am Ende erging es mir dann wie eigentlich nach jedem ausgelesenen Band der Reihe: einerseits ein „wohliges Gefühl“ im Buch, andererseits eine gewisse Melancholie, Hope Harbor wieder „verlassen“ zu müssen. Ein Vorteil der langen Pause seit dem letzten Band ist allerdings, daß ich den nächsten bereits hier habe. Da kann ich dann bald wieder dorthin „verreisen“.
Mein Fazit
Wieder hat es die Autorin geschafft, in einem Wohlfühlbuch schwierige und ernste Themen anzusprechen. Die Reihe wird von Band zu Band besser.
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ASIN/ISBN: 3963623497 |
Hier die Originalausgabe:
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ASIN/ISBN: 0800736168 |