'Mord auf der Donau' - Seiten 057 - 108

  • Noch ist keiner gestorben, außer dem kleinen Mädchen am Anfang, was 50 Jahre her ist. Es stellt sich aber heraus, dass dieser Graf eine Affäre mit der Frau des Rechtsanwalts hatte. Da sie im selben Alter sind, könnte es durchaus deren Tochter gewesen sein.

    Ob die Fischsuppe vergiftet war? In dem Päckchen, das der Koch zugesteckt bekam, könnte auch Gift gewesen sein und es ist für ihn ein Leichtes ein Essen zu vergiften. Vor allem, da er auch noch serviert hat.

    Bin mal gespannt, wer von den Herrschaften die Nacht überlebt. Einen Anschlag gab es ja schon auf den Grafen. Ernestine konnte ihn unter Körpereinsatz verhindern. Ob die herunter gefallene Lampe auch als Anschlag gedacht war? Anna von Jesenky wird ja nicht gerade verehrt von ihrem Schwiegervater. Da gibt es jede Menge Konfliktpotential. Grund für einen Anschlag könnte auch der Bau der Fabrik auf des Grafen Gelände sein, das er nicht hergeben will.

    Geschlemmert wird natürlich auch wieder. Und Anton ist eifersüchtig auf den Kapitän, der Ernestine Avancen macht. Aber da kennt er Ernestine schlecht. Sie hat doch ihren Anton, der ihr nichts abschlagen kann.

  • Tja, noch ist niemand tot, aber doch schon viel passiert. Gleich zwei vermeintlich Mordanschläge, wobei ich den auf den Grafen am ehesten verstanden habe. Ich denke auch, er wird die Nacht nicht überleben.


    Wenn die Fischsuppe vergiftet war, würde ich eher drauf tippen, dass generell etwas drin war, das Unwohlsein auslöst und bei jemanden mit einer Vorerkrankung zum Tod führt. Anton ging es ja während der Filmvorführung auch nicht gut.


    Und auch das Ding mit den verwechselten Kabinen, vielleicht war ja wirklich nicht Anna von Jesensky gemeint? Wer weiß, was die Tochter des Rechtsanwalts alles weiß?


    So langsam überblicke ich auch das Personal der Geschichte, sind ja doch sehr viele, die hier auftreten....

  • In diesem Abschnitt passieren Dinge, von denen ich noch nicht so recht weiß, wie ich sie einordnen soll: die Lampe, die auf Anna von Jesenky fällt – Unfall oder nicht? Und ist es von Bedeutung, dass die Kabine eigentlich Marlene Radatz gehören hätte sollen?


    Was es nicht besser macht ist, dass augenscheinlich die Bremsen am Rollstuhl des alten Jesensky manipuliert wurden. Wenn Ernestine nicht eingeschritten wäre, hätte das durchaus auch böse ausgehen können. :gruebel


    Witzig fand ich Antons „Begeisterung“ über den Kapitän und dass Ernestine nun tatsächlich in dessen Nebenkabine – mit Verbindungstür! - umzieht. Der arme Anton ist ganz schön eifersüchtig. :grin


    Die Jesenskys kommen aus der Pustza, aus der Nähe des Plattensees, das Land dort hat sie reich gemacht. In der Familie herrscht eine ungute Stimmung: Alfons mag Anna nicht, sie würde gerne Hoduls Keksfabrik auf den Familiengrundstücken bauen lassen. Der Graf ist sehr reaktionär – er hadert mit den modernen Zeiten, er hätte gerne die alte Ordnung zurück.


    Bei der Beschreibung des Geplappers der Frau Kattany habe ich mir eins gegrinst, dass sogar ihr eigener Mann so tut, als würde er schlafen, damit er nicht auf ihr Geschwätz reagieren muss.


    Hier waren auch einige kurze Szenen, die ich – noch – nicht einordnen konnte:


    Was ist zwischen Marlene Radatz und Dr. Kandel vorgefallen und warum ist ihr Vater der Meinung, sie zerstöre sich schon selbst? Woher kennt Dr. Kandel Erna Stein bzw. warum streitet sie ab, ihm vorher begegnet zu sein?


    Witzig fand ich hingegen die Szene in der die Wahrsagerin meint, sie hätte ihr Bett extra an die Kabinenwand von Anton rücken lassen, damit sie etwas von seiner positiven Aura abbekommt. :grin Traurig fand ich hier allerdings am Ende des Abschnitts, dass Theresas Mutter über die Wahrsagerin mit ihren Söhnen sprechen möchte.


    Den Eklat am Abendessen – angeblich hatte der Graf eine Affäre mit Radatz' verstorbener Ehefrau – kann ich für mich ebenso noch nicht einordnen.


    Die Beschreibung der Filmvorführung allerdings fand ich klasse.


    Die Suppe schmeckt eigenartig – aber gut, wir wissen ja, dass der Küchenchef aktuell keinen Geschmack hat. Ob sie mit Gift versetzt war? Zumindest der Teller des künftigen Opfers?

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Die Suppe schmeckt eigenartig – aber gut, wir wissen ja, dass der Küchenchef aktuell keinen Geschmack hat. Ob sie mit Gift versetzt war? Zumindest der Teller des künftigen Opfers?

    Interessant in diesem Zusammenhang auch der Hinweis von Karoline Gardner, dass man im Orient mit starker Würze etwas überdecken wollte, was vielleicht nicht mehr ganz so gut ist... Da könnte man leicht auf den Gedanken kommen, dass auch hier eine unangenehm schmeckende Substanz übertüncht werden sollte.


    Dass zwar noch kein Mord passiert ist, aber es offenbar schon zwei Anschläge gab, ist schon erstaunlich. Wobei ich mir gar nicht sicher bin, ob die herabgefallene Lampe tatsächlich ein Anschlag war oder nicht vielleicht doch nur eine lose Schraube ungewollt der Verursacher war. Vielleicht nur eine leere Spur der Autorin. Aber schon bezeichnend, dass eigentlich Marlene Radatz dort im Zimmer hätte nächtigen sollen. Obwohl, so hatte ich den zweiten Kapitän verstanden, dieses Zimmer doch überhaupt niemandem zugeordnet hätte werden sollen. Schon sehr seltsam.


    Bei der Beschreibung des Geplappers der Frau Kattany habe ich mir eins gegrinst, dass sogar ihr eigener Mann so tut, als würde er schlafen, damit er nicht auf ihr Geschwätz reagieren muss.

    Da musste ich auch sehr schmunzeln. :grin Frau Kattany scheint nicht zu bändigen zu sein, wenn sie einmal losredet. Da muss man sich schon durch Vortäuschung schützen...


    Anton verschläft von der Reise auch viel. Nachher tut's ihm leid, weil er die Verwicklung von Ernestine und dem zweiten Kapitän nicht mitbekommen hat und auch nicht hat eingreifen können. Schon süß, wie er eifersüchtig reagiert. Ernestine nimmt das alles nicht wahr - und meines Erachtens gibt es auch keinen wirklichen Grund zur Eifersucht, sie ist am zweiten Kapitän doch überhaupt nicht interessiert. Aber vielleicht führt das auch dazu, dass die beiden noch ein wenig mehr auf einander zu gehen. Wenn es schon aus der gemeinsamen Schlafkabine nichts wird. Stattdessen würde Fräulein Gardner wohl liebend gern bei Anton nächtigen, wenn sie schon ihr Bett näher rücken lässt. :lache


    Dass sie sich als Medium anbietet ist ja gut und schön, aber die Hoffnung schüren, dass sie wirklich mit Toten kommunizieren kann, ist zu viel. Auch wenn sie selbst wohl daran glaubt. Andererseits hilft es Frau Hodul vielleicht ein wenig, über den Tod ihrer Söhne hinweg zu kommen. Fräulein Gardner will ja offensichtlich keinen Profit aus der Sache schlagen. Bin gespannt, ob wir auch noch einer Séance beiwohnen werden und was dann dort zu Tage treten wird.


    Im Moment ist das Buch noch ein Fall ohne Fall. Mal sehen, wann denn ein Mord geschehen wird. Und wer das Opfer sein wird. Ich tippe auf Graf von Jesenky, sein Rollstuhl war definitiv von jemandem manipuliert worden, damit er zu Schaden kommt.

  • Der Graf scheint ja ein "netter" Schwiegervater zu sein. Kann mir aber gut vorstellen, dass die Adeligen nach dem Krieg ihren Titel nicht wirklich aufgeben wollten. Wahrscheinlich hofften sie auf eine Rückkehr der Monarchie.


    Die Lampe, glaube ich, war tatsächlich nur ein Unfall, aber der manipulierte Rollstuhl nicht.


    Ob es wirklich zu einer Seance mit den verstorbenen Söhnen von Frau Hodul kommt? Das Medium scheint ja wirklich ein Gespür zu haben. Aber die Aussage mit der Aura und dem extra verschobenen Bett hat mir gefallen :)


    Der Dr. Kandel ist mir noch ein Rätsel. Vermeidet den Kontakt zu Marlene, kennt dafür aber die Erna Stein. Der gute Herr ist mir suspekt.

  • Der Graf scheint ja ein "netter" Schwiegervater zu sein. Kann mir aber gut vorstellen, dass die Adeligen nach dem Krieg ihren Titel nicht wirklich aufgeben wollten. Wahrscheinlich hofften sie auf eine Rückkehr der Monarchie.

    Der Graf scheint nicht zu merken, dass sich die Welt weiterdreht, glaub ich. Er hängt an den alten Strukturen und merkt dabei gar nicht, dass es

    a) auch andere intelligente Menschen außer ihm gibt (seine Schwiegertochter z.B., die schon aufgrund ihres Standes in seinen Augen unwürdig ist) und

    b) sein Klammern an seine Ländereien unwirtschaftlich ist und ihm mehr schadet als nützt.


    Wahrscheinlich muss sich der Graf aber auch keine weiteren Gedanken mehr machen, denn ich fürchte, dass die Rollstuhlmanipulation nicht der letzte Anschlag auf sein Leben gewesen sein dürfte...


    Der Dr. Kandel ist mir noch ein Rätsel. Vermeidet den Kontakt zu Marlene, kennt dafür aber die Erna Stein. Der gute Herr ist mir suspekt.

    Mir ist er auch sehr suspekt. Marlene Radatz scheint er zu kennen und auch Erna Stein. Ob Erna Stein vielleicht Patientin bei ihm war? Oder beide?

  • Ja, der Graf ist schon ein unangenehmer Mann, der noch den alten vergangenen Zeiten nachhängt. Aber die Welt dreht sich weiter und ändert sich, ob er will oder nicht. Und auch sein Geld bringt die Welt nicht dazu, sich rückwärts zu drehen...

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Der Abschnitt hat mir richtig gut gefallen, auch wenn es noch keinen "Fall" gibt.

    Gerade das drumherum, die Beziehungen untereinander und die unterschiedlichsten Leutchen finde ich richtig interessant.


    Seancen war in den 20gern des letzten Jahrhundert ja groß in Mode, da wundert es mich nicht , daß hier das "Medium" so eine große Rolle bekommt.

    Auch spannend fand ich, daß Anton sich den Aufsatz von Freud durchliest. Heute sieht man das ja aus einer ganz anderen - weiterentwickelteren - Perspektive. Damals kam es gerade erst auf.


    Und an den Anschlag auf den "netten" Schwiegervater glaube ich auch, da will ihn wohl jemand aus dem Weg haben.....


    Das mit der Suppe - da bin ich mir noch nicht mit mir einig.

    Entweder hat der "Jungkoch" die verheizt, da noch wenig Erfahrung - der Koch selber konnte ja nicht abschmecken.

    Oder, es ist tatsächlich eine Art Schlaf, Beruhigungsmittel oder anderweitig beeinträchtigendes drin.

    Sozusagen als Vorbereitung auf den Mord, so daß die anderen Passagiere durch die Beeinträchtigung nix mitbekommen sollen.


    Es bleibt spannend und das Essen - ok, bis auf die Fischsuppe, die so gar nicht meins wäre, klingt wieder lecker, so daß ich beim lesen ständig Appetit habe. :grin

  • Also sooo rückwärts gewandt fand ich den Herrn Grafen gar nicht, wenn ich mir ansehe wie in der ehemaligen k.u.k. Monarchie heute noch um Adelige herumschawenzelt wird und wie Prominente aller Arten hofiert werden. Da gab es 1918 eine echte Zeitenwende, einen Zusammenbruch der Kultur, aber nicht des Grundsystems, der kam erst 1945. Dazwischen ist halt eine halbgare Zeit. Die Alten haben zwar die Titel verloren und scheinbar auch die Macht, aber in Wirklichkeit noch nicht die Machtmittel. Die neuen müssen erst noch aufbauen. Noch sind die Fabrikanten weder im Ansehen, noch der Machtausübung ganz vorne an den Futtertrögen. Ganz

    herrlich der Gegensatz zu Ernestine als Lehrerin (deren Zeitproblematik keine Rolle spielt- Frau und Beruf) und dem gediegenen Apotheker - die sowas wie die Normalos im Haikäfig darstellen.

  • Kyara

    Das ging mir dieses Mal aber auch so. Auch trotz Personenverzeichnis. :lache


    Ich mußte doch etliche Male - bei den Frauen - nachgucken, wer denn nun wer ist und mit wem in welchem Verhältnis steht.

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Und irgendwie habe ich dieses Mal größere Probleme, die Personen auseinanderzuhalten.

    Bei mir war es genau umgekehrt. Ich hatte keine Verwechslungsprobleme. In den beiden vorherigen Bänden sind mir schon mal Personen "verlustig" geworden, das war hier eindeutig nicht der Fall.

  • Ich habe eben ganz verzweifelt das Personenverzeichnis im Buch gesucht.......:rofl

    :D


    Beim Hörbuch ist es irgendwie noch schlimmer mit den ganzen Namen. Ich muss auch immer nachdenken, wer das und das noch einmal war. Der Hörbuchsprecher gefällt mir sehr gut. Bei dem stört es mich auch nicht, wenn der "die Frauen" spricht und da seine Stimme etwas verstellt. Er macht das irgendwie so gekonnt - erinnert an Theater.