Ursula Poznanski - Teufels Tanz

  • Kurzbeschreibung (Quelle: Verlagsseite)

    Keine 100 Meter von einem der letzten Straßenstriche Wiens wird ein 80-Jähriger ermordet. Der Täter, ein Zuhälter, ist schnell gefunden – aber damit hört das Sterben nicht auf! Bald ermittelt Fina Plank in mehreren Mordfällen an 80-jährigen Männern. Obwohl die Opfer sich offenbar nicht kannten, ist Fina überzeugt, dass sie mehr als nur ihr Alter verbindet. Auch scheint der gesprächigste Zeuge an der entscheidenden Stelle zu schweigen – weil er um sein Leben fürchtet?

    Während sich das mörderische Räderwerk immer schneller dreht, wird bei Fina eine böse Ahnung zur Gewissheit: Bislang hat der geheimnisvolle »Kuckuck« seine Taten in den Mordserien anderer versteckt – aber jetzt will er nicht länger auf passende Gelegenheiten warten, um sein Werk zu vollenden …


    Autorin (Quelle: Verlagsseite)

    Ursula Poznanski lebt mit ihrer Familie in Wien. Die ehemalige Medizinjournalistin ist eine der erfolgreichsten Autorinnen deutscher Sprache: Mit ihren Jugendbüchern und Thrillern für Erwachsene ist sie Jahr für Jahr ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden, ihre begeisterte Leserschaft hat ihr zu einer deutschen Gesamtauflage von bereits fünf Millionen Exemplaren verholfen.


    Allgemeines

    Dritter Band der Reihe um die Wiener Mordgruppe

    Erschienen bei Knaur am 3. März 2025 als TB mit 368 Seiten

    Gliederung: Prolog – Roman in 46 Kapiteln, unterbrochen von Kapiteln mit Titeln als Überschrift

    Erzählung in der dritten Person, größtenteils aus der Perspektive von Fina Plank, Einschübe als Ich-Erzählung des Täters, der den Leser direkt anspricht

    Handlungsort und -zeit: Wien in der Gegenwart


    Inhalt

    Am Wiener Straßenstrich wird ein 80-jähriger ehemaliger Arzt ermordet, Fina Plank und ihre Kollegen von der Wiener Mordgruppe können als Täter sehr schnell einen als gewaltbereit bekannten Zuhälter ermitteln und relativ schnell festnehmen. Doch kurz darauf werden in schneller Folge mehrere andere Männer im Alter um 80 Jahre, die einander augenscheinlich nicht gekannt haben, auf unterschiedliche Weise umgebracht.

    Fina Plank ist davon überzeugt, dass es zwischen diesen Männern eine Verbindung gegeben haben muss, zumal ein weiterer älterer Mann bei der Polizei vorspricht und um Polizeischutz bittet. Er will sich aber nicht dazu äußern, weshalb der Täter es auf ihn abgesehen haben könnte und lügt die Ermittler ungeniert an.

    In Fina keimt der Verdacht, dass der „Kuckuck“ wieder seinem unheilvollen Werk nachgeht, bei ihm handelt es sich um einen Verbrecher, der schon in den letzten Jahren in Wien gemordet hat, dabei aber so geschickt vorging, dass man seine Taten anderen Serienmördern zur Last legte. Das würde auch erklären, weshalb die Täter der Morde im Umfeld der Medienschaffenden und des Theatermilieus seinerzeit nicht alle ihnen zur Last gelegten Taten zugeben wollten…


    Beurteilung

    Der dritte Band um die Wiener Mordgruppe greift wesentliche Elemente aus den beiden Vorgängerbänden „Stille blutet“ und „Böses Licht“ wieder auf und bringt diese zu einem krönenden Abschluss, deshalb ist es empfehlenswert, die drei Bände in der korrekten Reihenfolge zu lesen. Schon in den ersten beiden Bänden trat der anonyme Täter in eingeschobenen Kapiteln als Ich-Erzähler auf und nahm den direkt angesprochenen Leser mit auf seine Erkundigungs- und Mordtouren. Auch in diesem Band kündigt er dem Leser an, wen er noch töten will, dabei nennt er jedoch keine Klarnamen, sondern hat Spitznamen für seine zukünftigen Opfer, wie z.B. der „Dunkle Harlekin“, die „Faltige Göttin“ und der „Hühnergeneral“. Durch diese verschlüsselten Andeutungen und auch aufgrund der Tatsache, dass das Motiv für die Morde nur nach und nach zu durchschauen ist, gestaltet sich die Lektüre durchgehend sehr spannend. Es ist eine wahre Freude, die ebenso akribisch wie intelligent organisierten Vorbereitungen zu verfolgen und den gelungenen Hinrichtungen der Opfer beizuwohnen, wobei der Täter durchaus ein Sympathieträger ist.

    Die Charakterisierung der Hauptfiguren ist gelungen, das trifft besonders auf Fina, eine gutmütige, clevere und sehr beharrliche Ermittlerin zu, aber auch ihre Kollegen werden als individuelle Persönlichkeiten differenziert dargestellt.

    Je mehr über das Mordmotiv des „Kuckucks“ enthüllt wird, desto deutlicher tritt Gesellschaftskritik über bestimmte – eigentlich zeitlose – Missstände hervor.


    Fazit

    Durchgängig spannend, intelligent konstruiert und leider auch weitestgehend durchaus glaubwürdig – ein rundum gelungener Kriminalroman, den man idealerweise erst nach den beiden Vorgängerbänden lesen sollte!


    10 Punkte

    ASIN/ISBN: 3426449161







  • Die Wiener Mordgruppe vom BKA wird zum Tatort eines neuen Todesfalls gerufen. Alles sieht danach aus, als hätten eine Prostituierte oder ihr Zuhälter einen in die Jahre gekommenen Freier ermordet. Doch je mehr Fina Planck nachforscht, desto mehr Ungereimtheiten fallen ihr auf. Dann taucht plötzlich ein alter Mann beim BKA auf und behauptet, sein Leben sei in Gefahr. Nicht nur, dass er den am Straßenstrich ermordeten Rentner kannte, er hatte auch mit mehreren weiteren Personen zu tun, die in den vergangenen Monaten ermordet wurden. Nachdem alle diese Todesfälle bereits (in Band 1 und 2) aufgeklärt wurden, glaubt Fina dem alten Mann zunächst nicht. Das ändert sich, als noch ein Mord geschieht und weitere Zusammenhänge klar werden. Fina dämmert, dass es in Wien einen Serienmörder geben könnte, der seine Taten hinter den Verbrechen anderer verbirgt. Leider hat sie zunächst keinerlei Beweis für diese Theorie.

    Der dritte Band baut stark auf die beiden Vorgänger auf. Der dort erwähnte Hühnergeneral spielt plötzlich eine große Rolle, ebenso wie viele andere Details, die man damals noch gar nicht als solche wahrgenommen hatte. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich vor „Teufels Tanz“ unbedingt noch "Stille blutet" und "Böses Licht" zu lesen. Nur so begreift man das perfide Spiel, das dort begonnen wurde und das hier seinen finalen Höhepunkt erreicht, erst richtig. Nachdem alle drei Bände höchst empfehlenswert sind, dürfte dabei ohnehin kein Problem bestehen. Ich für meinen Teil habe den dritten Band genossen und mich sehr darüber gefreut, wie Ursula Poznanski den verzwickte Fall hier zu Ende gebracht hat.

    (Wie schon bei den Vorgängern gibt es auch von Band 3 eine Hörbuchfassung, die großartig von Julia Nachtmann vorgetragen wird. Die gekürzte Fassung hat eine Dauer von reichlich neuneinhalb Stunden, die ungekürzte geht etwa anderthalb Stunden länger.)