Schöffling, 2025
256 Seiten
Kurzbeschreibung:
Kentucky, 1977: Eine Balletttruppe aus Paris – in Marie Higginbottoms Stadt! Wen interessiert da schon, dass die Kompanie nicht aus Frankreich angereist ist, sondern aus Paris, Kentucky ... Marie ist ganz aus dem Häuschen. Trotz ihres zarten Alters von zehn Jahren weiß sie genau, dass sie zur Ballerina bestimmt ist. Das Tanzen ist ihre Chance zu entkommen: dem schimmligen Fernsehzimmer, wo sie und ihre Geschwister sich selbst überlassen sind, ihrem Dad, der gern seine Wut an den Kindern auslässt, dem hinterwäldlerischen Roanville, in dem es außer dem örtlichen Kmart wenig zu entdecken gibt. Obwohl sie mit ihren Tanzkünsten mehr Spott erntet als Bewunderung und ein Unterrock aus der Kleiderkammer als Tutu herhalten muss, glaubt Marie fest an ihren Traum. Ein Glück, dass der geniale Komponist Frédéric Chopin treu an ihrer Seite steht. Dabei kann er mit seinen schlauen Kommentaren manchmal ganz schön nerven, und irgendwie ist er ja leider auch schon tot. Eine sehr lebendige Freundin findet Marie dafür in der resoluten Misty McPherson, die auf ihren Durchbruch als weltweit erstes weibliches Kinder-Elvis-Double wartet. Mit viel Fingerspitzengefühl und Humor erzählt Elizabeth Heichelbech von einem provinziellen Außenseiterdasein und dem rettenden Glauben an die Kunst.
Über die Autorin:
Elizabeth Heichelbech war selbst professionelle Tänzerin, nun arbeitet sie als Lehrerin, Künstlerin und Autorin. Neben Chopin in Kentucky, ihrem ersten Roman, hat sie Kurzgeschichten, Gedichte und Bühnenstücke veröffentlicht. Sie lebt mit ihrer Frau und ihrer Katze in Waltham bei Boston.
Über die Übersetzerin:
Lena Riebl, geboren 1994, studierte in Düsseldorf, Leipzig und Athens, Ohio, Amerikanistik und Literaturübersetzen. Heute lebt sie als Lektorin und Übersetzerin in Frankfurt am Main.
Mein Eindruck:
Chopin in Kentucky ist ein Roman, den ich wirklich geliebt habe, der mich aber auch sehr mitgenommen hat.
Das Buch ist ziemlich amerikanisch, was ich positiv finde. Es sind Ende der siebziger Jahre. Es wird aus der Perspektive von Marie erzählt, die anfangs noch ein Kind ist. Ein phantasiebegabtes, lebhaftes Kind, dass das Leben liebt und für den Tanz brennt. Es wird aus ihrer Perspektive erzählt. Im Dialog ist sie mit ihrem Fantasiefreund Chopin. Umwerfend.
Als sie Misty trifft, findet sie auch eine Freundin.
Marie ist so großartig, es ist wunderbar, sie in diesem Buch als Leser ein Stück weit begleiten zu können. Umso tragischer finde ich es, dass sie einen Vater hat, der ein kleiner Tyrann ist, ein wirklich mieser Typ. Armselig.
Die Mutter ist eher schwach. Erst spät versucht sie, sich von ihrem Mann zu trennen.
Doch Marie schafft es irgendwie, für sich einzustehen.
Das Buch ist ein starker Debütroman.
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ASIN/ISBN: 3895614238 |