Heidi Troi - Schreib mir einen Brief

  • Heidi Troi ist eine vielseitige Autorin, die sich nicht gern in Schubladen stecken lässt. Daher gibt es von ihr Krimis, Kinderbücher und Wohlfühlromane. Viele davon spielen dort, wo Heidi Troi aufgewachsen ist und jeden Stein kennt, nämlich in Südtirol.


    "Für die Liebe gibt es keinen Makel, keine Erniedrigung und keine Schande. Sie ist ein solches Licht, das alles erhellt, eine solche Wärme, die jedes Eis erhitzt, und eine solche Süßigkeit, die jede Bitternis benimmt." (Henry Fielding)

    In einem Chatverlauf finden Bunny und Blackpanther zueinander, allerdings soll es niemals zu einem Treffen zwischen ihnen kommen. Blackpanther ist Jason, ein Buchhalter, der durch seine dunkle Hautfarbe dem Mobbing eines Kollegen täglich ausgesetzt ist. Während Sina sich als Bunny hinter ihren vier Wänden auf Sylt versteckt. Eine Hasenscharte seit ihrer Geburt hat eine bleibende Narbe hinterlassen, für die sie sich nicht mal selbst im Spiegel betrachtet. So haben beide mit ihrem Aussehen und Erniedrigung zu kämpfen, ohne dass sie es ahnen. Nach neuen Vorkommnissen im Büro kündigt Jason, um im Berghotel seiner ehemaligen Kollegin Eva neu anzufangen. Zur selben Zeit bucht Sina ebenfalls im Hotel Liebelei, ohne dass sie es ahnt. Jasons Herzenswunsch geht im Berghotel in Erfüllung. Endlich mal kein Kollege, der ihn mobbt. Außerdem haben es ihm der Wasserfall und die schüchterne Sina angetan. Ob es ihr ebenso geht?


    Meine Meinung:

    Das Cover stellt wieder einmal recht authentisch dar, um was es in diesem Buch geht. Nämlich um zwei Menschen, die miteinander chatten, sehr unterschiedlich sind und dennoch irgendwie zusammengehören. Mobbing und Makel sind zwei Themen, die immer wieder zu Problemen unter Mitmenschen führen. Keine Frage, eigentlich leidet man selbst am meisten darunter, wenn man für seine Hautfarbe gepiesackt oder eine Narbe das eigene Gesicht entstellt. Dies ist auch nicht gerade förderlich für eine Beziehung, geschweige denn für Liebe. Doch der Mensch ist nicht gern alleine, er sucht seinen Deckel zum Topf genauso wie Bunny und Blackpanther, selbst wenn sie es noch nicht wissen. Der zweite Band der Reihe "Das kleine Berghotel am Wasserfall" führt uns erneut ins Hotel Liebelei in die Südtiroler Berge. Ein Hotel der ganz anderen Art. Hier werden die Gäste nach ihren Briefen ausgesucht, die sie zuvor schreiben müssen. Oma Rosi sucht dann die idealen Gäste aus, die zusammenpassen könnten, und der magische Wasserfall tut dann sein Übriges dazu. So ist es also keine Überraschung, dass es die beiden Chatpartner Bunny und Blackpanther ebenfalls dorthin verschlägt. Obwohl Jason ja eigentlich als Buchhalter dort seinen Job verrichtet und nicht als Gast. Mit viel Liebe zum Detail nimmt uns die Autorin mit zu Problemen, die auch heute noch extrem verbreitet sind. Nämlich soziale Ungerechtigkeit, Erniedrigung (Mobbing), welches fast immer schwache Menschen trifft, und der heutige Schönheitswahn, unter dem vor allem Menschen leiden, die mit Makeln behaftet sind. Themen, die sogar heute noch Betroffene bis in den Selbstmord treiben. Zum Glück ist dies bei unseren beiden Charakteren nicht der Fall, denn sie finden füreinander Verständnis. Verständnis, das heutzutage leider den meisten fehlt und sie es deshalb an Schwächeren auslassen. Ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen, da ich selbst seit der Kindheit Erniedrigung erdulden musste, und ich glaube, der Autorin erging es ähnlich. Umso schöner ist die romantische Liebesgeschichte, die sich daraus ergibt, auch wenn es immer wieder Aufs und Abs gibt. Natürlich gibt es einen solchen Wasserfall nicht wirklich, aber es wäre schon schön. Sehr liebevoll und herzlich sind nicht nur die beiden Protagonisten dargestellt worden, sondern auch die Hotelmitarbeiter. Das Einzige, was etwas unrealistisch auf mich wirkt, sind die inzwischen vielen Mitarbeiter für die wenigen Gäste. Trotzdem gebe ich gerne 5 Sterne für ein wenig Träumen. :thumbup:


    ASIN/ISBN: B0DS92Y48X

    "Lebe jeden Tag so, als ob du dein ganzes Leben lang nur für diesen einen Tag gelebt hättest."