Eine Nachtigall in New York - Ben Aaronovitch

  • Eine Thomas-Nightingale-Story


    - Originaltitel: Masquerades of Spring

    - dtv Taschenbuch

    - 208 Seiten

    - ISBN-10: ‎ 3423220791

    - übersetzt von Christine Blum


    Buchrückentext:

    New York, 1920er-Jahre: Augustus Berrycloth-Young, Absolvent der Zauberschule Casterbrook, ist unangenehm überrascht: Denn unangekündigt steht sein alter Schulkamerad Thomas Nightingale vor der Tür und reißt ihn aus seinem behaglichen Leben.

    Nightingale ist auf geheimer Mission in New York, um ein verzaubertes Saxophon ausfindig zu machen. Und ausgerechnet Augustus soll ihm dabei helfen, dabei will er hier eigentlich nur das Dolce Vita genießen…


    Über den Autor:

    Ben Aaronovitch wuchs in einer politisch engagierten, diskussionsfreudigen Familie in Nordlondon auf. Er hat Drehbücher für viele TV-Serien, darunter „Doctor Who“, geschrieben und als Buchhändler gearbeitet. Inzwischen widmet er sich ganz dem Schreiben. Er lebt nach wie vor in London. Seine Fantasy-Reihe um den Londoner Polizisten Peter Grant mit übersinnlichen Kräften eroberte die internationalen Bestsellerlisten im Sturm. (Quelle: amazon)



    Mein Eindruck:

    Herrlich! Einfach nur herrlich!

    Augustus Berrycloth-Young ist so ein unterhaltsamer Erzähler, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Schon bald wurde mir klar warum: er gehört der 1920er Schwulenbewegung in New York an und daher geht es dann nebenbei auch mal um schicke Kleidung oder angenehme Gesellschaft. Sein Bericht wird aber nie langweilig und zusammen mit dem doch immer sehr rational daherkommenden Nightingale bildet er ein einzigartiges Team, das auf der Verbrecherjagd in einige skurrile Situationen gerät.


    Fazit: eine mit einem Augenzwinkern erzählte, lesenswerte Geschichte mit hohem Grinse-Faktor und einem Thomas Nightingale am Ende, den ich so niemals erwartet hätte…


    Volle Punktzahl!


    ASIN/ISBN: 3423220791

    "Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: die Sterne der Nacht, die Blumen des Tages und die Augen der Kinder!" (Dante Alighieri)

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  • Ben Aaronovitch: Eine Nachtigall in New York. Eine Thomas-Nightingale-Story, OT. Masquerades of Spring, Deutsch von Christine Blum, München 2024, dtv Verlagsgesellschaft, ISBN 978-3-423-22079-8, Softcover, 206 Seiten, Format: 12,2 x 1,73 x 19,1 cm, Buch: EUR 12,00 (D), EUR 12,40 (A), Kindle: EUR 9,99, auch als Hörbuch lieferbar.


    „Ich möchte die Provenienz eines Saxophons ermitteln.“
    „Eines Saxophons?“, fragte ich verdattert.
    „Eines verzauberten Saxophons.“
    „Wozu in aller Welt sollte jemand ein Saxophon verzaubern?“
    (Seite 16)


    Es gibt inzwischen über ein Dutzend Bände der „Flüsse-von-London“-Reihe, inklusive diverser Spin Offs, in denen Nebenfiguren im Mittelpunkt stehen. Das Konzept dieser Urban-Fantasy-Reihe werde ich jetzt also nicht mehr von Grund auf erklären.


    In diesem Band ist nicht der zaubernde Londoner Polizist Peter Grant der Held, sondern sein Chef Thomas Nightingale. Die Geschichte spielt im New York der 1920er-Jahre. „Die Nachtigall“ ist da noch jung und knackig. Zumindest wirkt das so. Wie alt er wirklich ist, wissen wir nicht. Zauberern scheint die Zeit weniger anzuhaben als uns Normalsterblichen.


    Überraschungsbesuch aus London


    Erzählt wird dieses Abenteuer von Nightingales ehemaligem Schulkamerad Augustus „Gussie“ Berrycloth-Young. Gussie – Bonvivant und Jazzliebhaber -hat mit dem Zauberkram nie viel am Hut gehabt. Seine Schulzeit hat er mit Schabernack und amourösen Abenteuern verplempert und sich irgendwann nach New York abgesetzt. Geld hat er, arbeiten muss er nicht. Er genießt das Leben und seine mehr oder weniger heimliche Beziehung mit dem afroamerikanischen Werbetexter und Musikkritiker Lucien „Lucy“ Gibbs.


    Gussie, dessen Erzählstimme in meinem Kopf immer etwas nasal und quengelig klingt, ist gnadenlos ehrlich zu uns. Er ist nicht der Intelligenteste und nicht der Mutigste, hat keinen Funken Ehrgeiz und will nur seine Ruhe. Dass nun der magische Überflieger Tommy Nightingale unangekündigt auf der Matte steht und sich bei ihm einquartiert, passt ihm gar nicht. Er weiß: Tommy ist niemals zum Spaß unterwegs. Wo er auftaucht, hat’s Ärger der übernatürlichen Art gegeben und er muss den Schaden begrenzen. Und Gussie hat keine Lust, sich da hineinziehen zu lassen. Das ist ihm viel zu stressig.


    Wer hat das Saxophon verhext?


    Na ja, eigentlich klingt’s ja recht harmlos, was Nightingale in New York vorhat. Und vielleicht ist das ruckzuck erledigt: Ein Musiker hat hier ein verzaubertes Saxophon gekauft und es nach London mitgenommen. Nightingale soll herausfinden, wer für diese Verzauberung verantwortlich ist.

    Nightingale hat eine Spur: Der Musiker hat das verzauberte Instrument in einem New Yorker Pfandleihhaus erworben. Vielleicht kann man die Spur von dort aus zurückverfolgen? Gussie soll ihm dabei helfen. Und der hat jetzt ein doppeltes Problem:


    Kreuz und quer durchs New Yorker Nachtleben


    Kreuz und quer geht’s für Thomas Nightingale, Gussie und den Musikexperten Lucy durch die New Yorker Musik- und Nachtclubszene. Sie bekommen es mit dubiosen Geschäftsleuten, Ganoven aller Größenordnungen, Musikverlegern, geschäftstüchtigen Frauen, einem Reverend mit bewegter Vergangenheit und mit einem gestressten Trompeter zu tun, der auch ein verzaubertes Instrument besitzt.


    Immer wieder kreuzt bei ihren Nachforschungen eine geheimnisvolle verschleierte Frau ihren Weg. Sie kann nicht sprechen, sagt der Reverend. Nightingale wird hellhörig.


    Krawall, Sachschaden, Slapstick …


    Wie können Nightingale und seine Begleiter Kontakt zu ihr aufnehmen und ihr gegebenenfalls helfen? Bei einem Drag-Ball soll sie auf der Gästeliste stehen. Nightingale, Lucy und Gussie bereiten sich auf eine Begegnung vor. Ihr Plan klingt bestechend einfach, doch die Veranstaltung läuft vollkommen aus dem Ruder. Nicht nur Thomas Nightingale läuft beim großen Showdown zu magischer Höchstform auf, auch Gussie zeigt, was er kann. Das Resultat? Krawall, Sachschaden, Slapstick pur! Oh, das hätte ich gerne gesehen! Fans der Reihe kommen hier voll auf ihre Kosten.


    Wer hier welche Ziele verfolgt und wie das alles zusammenhängt, erfahren wir am Schluss. Es bleiben allenfalls kleine Fragen offen. Woher wusste der Reverend, wie die stumme Frau heißt? Können Fae denn schreiben? Haushälterin Molly hat das meines Wissens noch nie getan.


    Auch auf 200 Seiten schafft es der Autor, so viele Figuren unterzubringen, dass man sich unterwegs manchmal fragt: „Wer ist jetzt das schon wieder?“ Am besten, man liest das Buch in einem Rutsch durch, ehe man die Namen wieder vergisst.


    … und ein Einblick in die Roaring Twenties


    EINE NACHTIGALL IN NEW YORK IST NICHT nur Spaß und Remmidemmi, das Buch funktioniert auch als historischer Roman. Wir erhalten Einblick in das Leben der Reichen und Schönen im New York der 1920er Jahre und bewegen uns dort in verschiedenen Szenen und Subkulturen. Wir sehen aber auch, wie die einfachen Leute leben, die sich kaum ihre Miete leisten können. Nightingales unterhaltsame magische Schnitzeljagd erweist sich ganz nebenbei als recht informative Zeitreise.


    Der Autor


    Ben Aaronovitch wuchs in einer politisch engagierten, diskussionsfreudigen Familie in Nordlondon auf. Er hat Drehbücher für viele TV-Serien, darunter ›Doctor Who‹, geschrieben und als Buchhändler gearbeitet. Inzwischen widmet er sich ganz dem Schreiben. Er lebt nach wie vor in London. Seine Fantasy-Reihe um den Londoner Polizisten Peter Grant mit übersinnlichen Kräften eroberte die internationalen Bestsellerlisten im Sturm.


    Die Übersetzerin


    Christine Blum, geboren 1974 in Freiburg im Breisgau, studierte Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaften, Russische Literatur, Musikwissenschaft und kurze Zeit auch Medizin. Seit 2002 übersetzt sie aus dem Englischen und Russischen. Für dtv überträgt sie u. a. Ben Aaronovitch ins Deutsche.


    ASIN/ISBN: 3423220791

    Und was die Autofahrer denken,
    das würd’ die Marder furchtbar kränken.
    Ingo Baumgartner

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