1883 ist eine wirklich traurige, grausame, aber gleichzeitig auch eine schöne Geschichte über das Leben. Mochte ich ziemlich gerne.

Serienempfehlungen und Plauderei (ab 14.02.2025)
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1883
"Yellowstone" war eine der Shows, die man gesehen haben musste, also tat ich das, solange ich es ertragen konnte.
Um ehrlich zu sein fand ich das ganze vorhersehbar und langweilig, für jeden der von “Dallas” und “Denver Clan” zumindest einmal gehört hat bietet diese Serie wenige Überraschungen - Kühe ersetzen hier das Öl, ansonsten läuft alles wie ein Uhrwerk….
… ein langsames Uhrwerk.
Man könnte zumindest erwarten das die Serienmacher das Unvermeidliche nicht so nervtötend in die Länge ziehen würden - aber sie tun es.
Ich würde nicht so weit gehen wollen den Erfolg dieser Serie in irgendeiner Weise mit ihrer intellektuellen Anspruchslosigkeit in Verbindung bringen zu wollen und somit ihr Publikum abwertend zu beleidigen, ich stelle lediglich fest das - ganz im Sinne einer vollumfänglichen Inklusion - diese Serie niemanden ausschließt.
Wann immer eine Serie erfolgreich ist werden sogenannte “Spinoffs” - Ableger der Originalserie - zumindest diskutiert, und in einigen Fällen auch gedreht.
“1883” beleuchtet die Vorgeschichte der “Dutton-Ranch” und erzählt von der Dutton Familie und ihrem Weg nach Norden.
Die gute Nachricht ist, das diese Serie auch unabhängig funktioniert - abgesehen von der Tatsache, das die Leute, die den Wilden Westen durchreisen, denselben Nachnamen tragen wie der von Kevin Costner dargestellte Patriarch in “Yellowstone”.
Die andere gute Nachricht ist, das “1883” tatsächlich funktioniert, auch wenn man hier ebenfalls anmerken könnte, das ein Siedlertreck und dessen Probleme unterwegs nun auch nicht gerade cineastisches Neuland sind.
Die Serie kommt ohne Stars und fast ohne bekannte Schauspieler aus, abgesehen vielleicht von Sam Elliott, doch auch dieser wurde nicht ob seines berühmten Namens gecastet sondern weil es auch der Welt niemanden gibt der sie Rolle des desillusionierten alten Treckführers so spielen kann wie er.
Aber halt, höre ich euch rufen: "Faith Hill ist sogar ein Superstar!”
Ja, liebe Jungs und Mädels, allerdings in der Musik. Aber das ist tatsächlich egal, sie meistert ihre erste Rolle vor der Kamera mit einer Bravour, die mich - der sie nie hat singen hören - bedauern lässt, das sie ihre Zeit mit diesem Gedudel vergeudet hat, anstatt die große Leinwand zu adeln.
Isabel May spielt die Tochter der Duttonfamilie, und sie erzählt die Geschichte, wir sehen das, was passiert auch durch ihre Augen und erleben ihre persönliche Sichtweise auf die Geschehnisse.
Eine Gruppe von deutschen Auswanderern - die komischsten Deutschen, die ich je gesehen habe! - wollen von Texas nach Oregon reisen, um sich dort anzusiedeln. Sie sprechen und verstehen die Landessprache bestenfalls unzureichend und sind insgesamt so ungeeignet für ein solches Unternehmen, wie man es sich vorstellen kann. Da sie in jedem Fall losfahren beschließen Sam Elliott und sein Partner ihre Reise durch ihre Anwesenheit und Anleitung zumindest ein wenig sicherer zu machen, und der Ur-Dutton, der zufällig in dieselbe Richtung will, schließt sich an, beharrt aber immer darauf das er zwar dabei ist, aber deshalb nicht zwangsläufig dazugehört.
Das eine Reise wie diese viele Gefahren birgt, wissen wir, jeder Treck-Film beginnt mit einem Monolog, in welchem die 1000 Gefahren, die da draußen lauern, in glühenden Farben geschildert werden.
Hier werden sie gezeigt!
Zwangsläufig, könnte man sagen, da ein großteil der Reisegruppe kein Wort versteht, und deshalb aus Erfahrung lernen muss, das an einen Baum pissen damit emden kann, das einen eine Klapperschlange in den Arsch beisst. In “1883” ist das nicht nur Theorie.
Die Serie geht hier wesentlich weiter ans andere, die ich gesehen habe, sie ist aber keineswegs auch die Schockeffekte aus. Sie versucht schlichtweg realistisch wiederzugeben, welche Gefahren und Hindernisse zwischen Texas und Oregon liegen, sie schwelgt nicht in Blut, Gekröse und ekligen Dingen, sie zeigt, was notwendig ist, um zu verstehen.
Auch wenn es in jeder Folge ein Haupthindernis zu überwinden gilt fokussiert sich die jeweilige Folge nicht ausschließlich darauf sondern erzählt immer die ganze Geschichte weiter, erzählt von der Dynamik unter den Einwanderern, ihrem Verhältnis zu den Anführern des Trecks und ihre Interaktion mit den Duttons. Die haben ihre ganz eigenen Probleme, sie müssen nicht nur auf den 5 jährigen Sohn aufpassen, sie müssen auch beide auf ihre eigenen Art akzeptieren, das ihre Tochter nicht nur zu einer Frau wird - ja, auch dadurch! - sondern das ihre Berufswahl weniger in Richtung feiner Dame, sondern eher Richtung Cowboy tendiert.
Es gibt schöne Landschaften und malerische Sonnenuntergänge, doch ist die Serie alles andere als romantisch oder romantisierend - das die Schönheit der Gegend auf diejenigen, die sie durchqueren nicht ohne Wirkung bleibt ist selbstverständlich, doch ebenso klar sind die Gefahren, die überall lauern - was diese Serie von anderen Darstellung derselben Situationen abhebt ist ihre Ehrlichkeit, diese Gefahren betreffend und die schonungslosigkeit, mit welcher damit umgegangen wird.
Die Verluste sind hoch, immer wieder sterben Menschen, durch Unachtsamkeit, Inkompetenz oder einfach Pech.
“1883” ist nicht nur damit realistischer als andere Filme oder Serien, auch die dargestellten Personen sind ihren realen Vorbildern näher als ihren Klischees.
Unterstützt wird dieses durch ein wirklich hervorragendes Drehbuch, geschrieben von Taylor Sheridan, von dem die Serie stammt. Gerade die Erzählungen von Elsa Dutton - als Voiceover - sind nicht nur außerordentlich ausdrucksstark, sie sind zuweilen pure Poesie.
Auch diese Serie nimmt sich Zeit, doch im Gegensatz zu “Yellowstone”, wo jedes vorhersehbares Ereignis so in die Länge gezogen wird, um nicht nur eine sondern mehrere inhalts- und handlungslose Folgen zu füllen, bevor das Vorhersehbare endlich geschieht, wissen die Regisseure die Zeit sinnvoll zu nutzen, ohne andererseits schlichtweg spektakuläre Un- und Todesfälle aneinanderzureihen.
Die Serie ist sicherlich nichts für jedermann - auf den Scheiß mit den “schwachen Nerven” verzichte ich bewusst! - doch spricht sie sicherlich auch Menschen an, die nicht zwangsläufig Westernfans sind, Zeit und Ort bestimmen hier das Genre zwangsläufig, nicht so sehr jedoch der Inhalt. Die Strapazen einer gefährlichen Reise sind als Thema ebenso Zeitlos wie inner Konflikte einer Gruppe oder das Heranwachsen von Kindern, die irgendwann eigene Wege gehen, gehen müssen.
“1923” ist eine weitere Vorgeschichte der Dutton-Ranch, und zumindest die Besetzung klingt sehr reizvoll, mit Helen Mirren und Harrison Ford in den Hauptrollen.
Die Besetzung ist tatsächlich die eine Sache, die alle diese Serien richtig machen, sie besetzen Rollen mit guten Schauspielern, die ihre Rollen glaubhaft verkörpern und nicht ausschließlich ihres großen Namens wegen für Aufmerksamkeit sorgen.
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Eine richtig tolle Zusammenfassung Bodo 😊
An Yellowstone hat mir gefallen, dass es ein Western in der heutigen Zeit ist. Vergleichen lassen sich die beiden Serien mEn überhaupt gar nicht miteinander. Auf 1923 freue ich mich auch schon.
Ich mache eigentlich ansonsten große Bogen um das Genre "Western".
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Richard Chamberlain ist gestorben. Werde nie vergessen wie ich das erste Mal Shogun gesehen habe. Vor einiger zeit habe ich die Colorado-Saga geschaut, welche ich auch klasse fand. Die wird im brigen neu aufgelegt, was mich gerade ein wenig ärgert, ich habe noch ziemlich viel Geld gezahlt.
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Für mich ist er auf ewig Mr. Dornenvögel ...
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Da "schwärmte" frau für einen 40 Jahre älteren Schauspieler...
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Zur Zeit sehe ich bei Netflix die vierteilige britische Miniserie Adolescence.
Die Welt der Familie wird auf den Kopf gestellt, als der 13-jährige Jamie Miller wegen Mordes an einem Mitschüler verhaftet wird.
Etwas bedrückend, aber gut gemacht.
Gedreht wird in Echtzeit und ohne Schnitte.
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Drei Folgen "High Potential" (Disney+) reichten auch. Der Pilot war nett und leidlich lustig, aber schon in Folge zwei wird aus der halbwegs originellen Ausgangssituation - eine alleinerziehende Mutter und bindungsunfähige Frau mit einem IQ von 160, die schlimme Jobs machen muss, um ihre Familie zu ernähren, löst nebenbei krasse Kriminalfälle, weil sie Fehler sieht, die andere nicht sehen - eine ganz normale, sehr durchschnittliche Krimiserie, in der unaufhörlich die langen Beine der Hauptdarstellerin (Kaitlin Olson) das Bild füllen und die "normalen" LAPD-Mitarbeiter und -innen als unfähig vorgeführt werden. Sich schnell abnutzender Spaß also.
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Spaßige Miniserie: Nobody wants this auf Netflix
Die Serie lebt von dem Kulturclash zwischen dem fortschrittlichen Rabbi, seinem konservativen Familienclan und der modernen, aber etwas verpeilten Joanne, die als Sex-Podcasterin zusammen mit ihrer Schwester arbeitet, was jetzt auch nicht der Job ist, mit dem man seine neue Freundin der Mutter gerne vorstellt ...
Teilweise arg überdreht und nicht unbedingt tiefschürfend, aber zum Abschalten geeignet und nicht sonderlich romantisch. Eher für die Sex and the City Zielgruppe.
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Habe letzte Woche "Adolescence" und "Paradise" beendet.
Da beide als 'eine der besten Serien des Jahres' genannt werden, wollte ich mir selbst ein Bild machen. Was soll ich sagen? Die Leute haben ausnahmsweise mal recht.
"Adolescence" ist genial.
Tolle Schauspieler und beeindruckende Erzählweise. Nicht nur, weil ich One-Shots und Echtzeitgeschichten liebe, sondern weil es perfekt zur Story und Umgebung passt. Es geht nicht um das brutale Verbrechen (was nur angedeutet gezeigt wird), sondern um die Menschen, die davon getroffen werden. Durch die Erzählweise ist man näher dran als in anderen Serien und man merkt, was es mit Menschen macht. Anders als alles andere, was ich bisher gesehen hab.
"Paradise" ist wunderbar.
Obwohl das bei dem Thema eher komisch klingt. Aber es ist eine gute Geschichte, die mit faszinierenden Schauspielern toll erzählt wird. Ich freue mich sehr auf die zweite Staffel.
Außerdem habe ich noch die ersten zwei Folgen von "The Studio" verschlungen.
Für einen Filmfreak wie mich war da viel Tolles dabei. Wilde Cameos, ein paar meiner Lieblingsschauspieler und One-Shots.
Auch wenn man bei manchen Stellen ahnt, was passiert, ist es trotzdem eine spaßige Chaosfahrt in die Filmwelt und auf jeden Fall sehenswert.