Bestechung - John Grisham

  • John Grisham - Bestechung


    Kurzbeschreibung von Amazon:

    Wir erwarten von unseren Richtern, dass sie ehrlich und weise handeln. Ihre Integrität und Neutralität sind das Fundament, auf dem unser Rechtssystem ruht. Wir vertrauen darauf, dass sie für faire Prozesse sorgen, Verbrecher bestrafen und eine geordnete Gerichtsbarkeit garantieren. Doch was passiert, wenn sich ein Richter bestechen lässt? Lacy Stoltz, Anwältin bei der Rechtsaufsichtsbehörde in Florida, wird mit einem Fall richterlichen Fehlverhaltens konfrontiert, der jede Vorstellungskraft übersteigt. Ein Richter soll über viele Jahre hinweg Bestechungsgelder in schier unglaublicher Höhe angenommen haben. Lacy Stoltz will dem ein Ende setzen und nimmt die Ermittlungen auf. Eins wird schnell klar: Dieser Fall ist hochgefährlich. Doch Lacy Stoltz ahnt nicht, dass er auch tödlich enden könnte.


    Mein Eindruck:

    Die Kurzbeschreibung greift einen Wissensstand auf, den Lacy nur am Anfang des Buchs so in der Form hat und das hat mich vielleicht auch mit gefesselt, weil es nur eine Andeutung, wie ein kleiner Teaser ist und man dann in die Geschichte geschleudert wird.


    Lacy war mir direkt sympathisch. Sie ist ehrgeizig, das spürt man in ihrem Job und sie ist hat eine klare Haltung zu allem. Ihr Arbeitskollege Hugo war mir ebenfalls sympathisch, auch, weil man ihn über seine Familie mit seiner Frau Verna (einer guten Freundin von Lacy) und den vier Kindern besser kennenlernt. Mit anderen Kollegen hat man nur wenig zu tun. Etwas mehr dafür auch mit Michael, dem Boss der Behörde, die sich darum kümmert, Vergehen von Richtern nachzugehen. So kommt der Fall auf den Tisch.


    Es gibt dabei einen Informanten und es entspannt sich ein immer größer werdendes Netz aus Korruption, Offshore-Firmen und Morden, man ist bereits vor der Hälfte des Buchs in einem Plot, der das Tempo erhöht und die Spannung hoch schiebt. Dreh- und Angelpunkt von allem ist Lacy, an sie kann man sich immer wieder andocken und mit ihr ermitteln und Wissen dazu gewinnen. Sie ist intelligent, erinnerte mich von ihrer Art und Weise her sehr an Jake Brigance, da flammte ähnliche Energie für mich auf.


    Das Netz an Informanten und Ermittlern nimmt genau wie das Netzwerk der "Bösen" weiter Fahrt auf und ich fand es gut, dass man auch frühzeitig mal Einblicke in andere Perspektiven als Lacys bekam. Eine Vielzahl von Personen nimmt eine mehr oder wenige wichtige Rolle in der Geschichte ein und am Ende droht über Kleinigkeiten gestolpert zu werden.


    Die Geschichte selbst verflechtet zwei sehr spannende Themen miteinander - die RICO-Gesetzgebung und das Thema Whistleblowing. Die beim zuletzt genannten Thema im Buch gesponnene Achse fand ich besonders interessant.


    Sonst war ich bei Grisham-Büchern ja auch schon manchmal eher erschlagen und gelangweilt, aber die Hintergründe wurden hier auch zum Teil bissig-spritzig aufbereitet in Memos und nicht nur als seitenlange Geschichte im normalen Stil des Autors heruntergerattert, auch das mochte ich, weil auflockerte und der Stil von Sadelles Memos - köstlich.


    Mich stören normalerweise ja sehr viele Akteure, aber hier gaben sie der Geschichte aus meiner Sicht "Halt", stützten auch Lacy, wie bspw. ihre Mutter Ann, ohne dass manche Figuren dabei tragend die Geschichte vorantrieben. Sie wirkte aber dadurch für mich menschlicher.


    Die Spannung ist auf dem Level eines typischen Grisham für mich, das Setting, was den Spannungsbogen im Indianergebiet dann nach oben schob, war eines, was mich persönlich wohl einfach sehr fesseln konnte.


    Wer Grisham mag, mag Grisham - oder so. ;)


    Ich bin froh, dass ich das Buch, was ich als HC gelesen habe, endlich mal vom SUB genommen habe, wo es ja nun schon sehr viele Jahre lag...


    Das juristische Einordnen zum Ende hin gefiel mir, gehört für mich auch zu seinen Büchern und joa, ich war mehr als gut unterhalten und schaue gleich mal nach weiteren "neueren" Grishams.


    10 Punkte.


    ASIN/ISBN: 3453270339