"Großstadtgewächs" von Alice Vincent

  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 448 Seiten Originaltitel ‏ : ‎ Rootbound: Rewilding a Life


    Über die Autorin

    Alice Vincent arbeitet als Feature Editor bei Penguin Books. Zuvor war sie als Autorin und Redakteurin am Arts Desk des Telegraph tätig. Nachdem Alice sich 2014 das Gärtnern beigebracht hatte, begann sie, darüber auf ihrem Instagram-Account und in namhaften britischen Zeitungen und Magazinen zu schreiben.


    Kurzbeschreibung

    Alice Vincents Leben scheint perfekt. Mit Anfang zwanzig arbeitet sie in ihrem Traumjob und lebt zusammen mit ihrem Freund in London. In der alltäglichen Hektik fühlt sie sich aber zunehmend einsam und entwurzelt. Schließlich geht auch ihre Beziehung in die Brüche. In dieser Sinnkrise erinnert sie sich zurück an ihre Kindheit, an die Freiheit, die sie beim Rumtollen auf Feldwiesen verspürt hat, und an die Ruhe und Geborgenheit im Garten ihres Großvaters. Kurzerhand beginnt Alice, Topfpflanzen und Weinreben auf ihrem kleinen Balkon zu pflanzen und mehr und mehr über Botanik zu lesen. Mit jeder neuen Knospe und jedem neuen Blütenblatt beginnt sie, sich wieder lebendiger zu fühlen. »Großstadtgewächs« erzählt von der Einsamkeit und Entfremdung einer ganzen Generation und von der überwältigenden Kraft der Pflanzen, die uns hilft, wieder neue Wurzeln in unserem Leben zu schlagen.


    Meine Rezension

    Alices scheint ein glückliches Leben zu führen: sie arbeitet als Journalistin und lebt zusammen mit ihrem Freund in ihrer eigenen Wohnung. Doch der Leser spürt zuerst, dass dies nur Fassade ist und sich hinter den Kulissen eine Trennung anbahnt – zu behäbig ist alles geworden, man hat das Gefühl, die beiden sind zuletzt um des Zusammenbleibens willen zusammen geblieben, weil es eben so einfach war, so gemütlich... aber letztlich haben sich die beiden doch auseinandergelebt, auch wenn Alice das anscheinend nicht so wahrhaben will, als ihr Freund eine Auszeit will.


    Und man ahnt es: dies ist nur ein Ausstieg auf Raten aus der Beziehung. Die beiden kommen nicht mehr zusammen, es ist aber noch unklar, was mit der gemeinsamen Wohnung passieren soll. So einigen sie sich darauf, vorübergehend weiterhin in der Wohnung zu leben, sich aber monatsweise abzuwechseln, während beide auf der Suche nach neuen Bleiben sind.


    Parallel dazu erzählt die Autorin viel über ihre Kindheit und über den Balkon in ihrer Wohnung, mit dem sie sich immer mehr beschäftigt, diese Betätigung gibt ihr Kraft.


    Diese – ich will sie mal so nennen - „Grünphasen“ in ihrem Buch, in dem die Autorin über Gärten, übers Gärtnern und ihren Balkon schreibt, finde ich teils schön zu lesen (ihre Pflanzenbeschreibungen), teils aber auch einfach zu langatmig.


    Mit der Autorin selbst bin ich nicht warm geworden: wieder eine der Protagonistinnen, die von einer Trennung aus angeblich heiterem Himmel überrascht werden und damit nicht klar kommen, die ewig umhertrudeln in diesem Niemandsland zwischen alter Beziehung einerseits und neuem Leben/neuem Zuhause andererseits.


    Natürlich muss man akzeptieren, dass Protagonisten oft anders ticken als man selbst oder als man es gerne lesen würde, doch mit dieser Art von Protags bin ich leider immer ein wenig ungeduldig. Ich finde es anstrengender zu lesen, wenn jemand vor sich hinleidet und (zu-)wenig unternimmt, um aus seiner Misere zu kommen als andere, die sich aktiv an ein neues Leben machen und ihnen dabei Fehler unterlaufen...


    Im Klappentext steht, dass das Buch „die Antwort der Millennials auf Eat, Pray, Love“ sei und leider muss ich da zustimmen. Das ist jetzt schon das 2. Buch innerhalb von kurzem, dass mich daran erinnert – wird Zeit, dass ich mir Lektüre greife, die anders ist.


    Vergeben würde ich hier 6 Punkte – das Buch war nicht soooo schlecht, aber halt leider auch so gar nicht mein Ding.


    ASIN/ISBN: 3442315921

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)