Ungeborene Hoffnung; Wie Unfruchtbarkeit das Leben verändert - Elodie López

  • Ungeborene Hoffnung - Wie Unfruchtbarkeit das Leben verändert


    Originaltitel: Hope

    Autor: Elodie López
    Übersetzerin: Karoline Toso

    Verlag: Boospot Verlag

    Erschienen: 24.06.2021
    Seitenzahl: 256

    ISBN-10: 3956691520

    ISBN-13: 978-3956691522
    Genre: Erfahrungsbericht, Autobiografie

    Preis Taschenbuch: 12,95 €


    Über die Autorin (Quelle: Bookspot Verlag)

    Elodie López wurde in Frankreich geboren, ihre Mutter ist Französin, ihr Vater Spanier. Bald nach der Geburt übersiedelte die Familie nach Blanes in der Provinz Girona. Nach Berufserfahrungen verschiedener Art entdeckte die Autorin ihre Begabung für die Fotografie, womit sie sich eine Zeit lang beruflich beschäftigte. Sie veröffentlichte ihre Bilder, aber auch Texte in sozialen Netzwerken und gewann damit eine große Anhängerschaft. Ihre vielen Follower auf der Seite „La sonrisa de Julieta“ (Julietas Lächeln) und der Seite @indomablejulieta (unbezwingbare Julieta) schätzten und schätzen nach wie vor ihre Fähigkeit, Gefühle direkt und frei zu schildern


    Darum geht's

    Elodie und Egar sind ein modernes Paar, das mitten im Leben steht. Ihr größter Wunsch ist es, eine Familie zu gründen. Sie gehen dafür einen sehr weiten und beschwerlichen Weg. Doch ihre große Sehnsucht wird leider nicht gestillt und sie müssen sich mit dem Thema Unfruchtbarkeit auseinandersetzen. Elodie beginnt auf ihrem Blog „Unbezwingbare Julieta“ über all ihre Bemühungen und ihre Emotionen zu berichten. So entstand auch die Idee zu diesem Buch, mit dem sie auf das oft tabuisierte Thema aufmerksam machen und Mut und Hoffnung schenken möchte.


    So fand ich's

    Eigentlich lese ich so gut wie nie Biografien oder Erfahrungsberichte. Doch als Betroffene begleitet mich dieses Thema schon eine ganze Weile und so hat mich Elodies Buch trotzdem angesprochen und neugierig gemacht.


    Die Autorin hat mich auch gleich von Anfang an fasziniert. Denn sie nimmt kein Blatt vor den Mund und besticht mit einer entwaffnenden Offenheit. Sie spricht Gefühle aus, die mir meistens sehr bekannt vorkamen und für die ich mich auch ab und an schlecht gefühlt hatte. Sie zeigt jedoch auf, dass wir Betroffenen nicht allein sind und dass eben auch Neid und solche manchmal für Außenstehende hart klingenden Gedanken vollkommen in Ordnung sind.


    Der Schreibstil ist für mich so, als ob eine liebe Freundin mir ihre Geschichte erzählt und ich fühlte mich konkret angesprochen. Auch wenn es sich um ein sehr emotionales Thema handelt, wird Elodie López zu keinem Moment rührselig. Im Gegenteil: Mit klaren Worten schafft sie es, die Probleme aufzuzeigen und gleichzeitig auch Mut zu machen, sich konkret mit dem unerfüllten Traum auseinanderzusetzen.


    Ich würde mir wünschen, dass nicht nur Betroffene dieses Buch lesen. Es ist zwar Bewegung in die Gesellschaft gekommen und das Thema wird nicht mehr so krass tabuisiert. Dennoch gibt es noch viel zu oft Frauen, die mit ihren schmerzhaften Sehnsüchten allein zurechtkommen müssen. Auch ich habe schon erlebt, dass mein Verhalten zu meinem Selbstschutz negativ aufgenommen wurde. So könnte dieses Buch meiner Meinung nach tatsächlich ein gewisses Verständnis fördern.


    Auch wenn ich das Buch in kleinen Häppchen lesen musste, da es auch schmerzhafte Erinnerungen weckte, war es für mich absolut bereichernd mit Elodie zusammen ihren Weg mitzuerleben. Es ist die Geschichte einer starken Frau mit einer starken Botschaft, die mir gut getan hat.


    ASIN/ISBN: 3956691520

    Lesen ist ein grosses Wunder

    Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach

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  • Ich würde mir in diesem Zusammenhang vor allem sehr wünschen, daß die übergriffige Fragerei, denen Frauen nach der Hochzeit immer noch gedankenlos ausgesetzt sind ("Na, wollt ihr nicht bald..." etc.), ein Ende haben. Antwortet man zum Selbstschutz mit Humor, handelt man sich leicht den Ruf eines Kinderhassers ein. :rolleyes:

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Deine Rezension berührt mich sehr. :knuddel1

    :knuddel1

    Ich würde mir in diesem Zusammenhang vor allem sehr wünschen, daß die übergriffige Fragerei, denen Frauen nach der Hochzeit immer noch gedankenlos ausgesetzt sind ("Na, wollt ihr nicht bald..." etc.), ein Ende haben. Antwortet man zum Selbstschutz mit Humor, handelt man sich leicht den Ruf eines Kinderhassers ein. :rolleyes:

    Ja, das ist genau so ein Punkt. Die Leute wissen nicht, wie verletzend das sein kann.

  • Ich hätte mir ja auch sehr gewünscht, jemand zum Reden zu haben. Meist bekommt man ja nur mitleidige Reaktionen, wenn das Thema darauf kommt. Das ist aber das Letzte, was einem hilft.

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Meine Erfahrung war, dass ich nur von kleinen Kindern ungehemmt gefragt wurde, warum ich keine Kinder habe und ich das mit denen nicht näher erörtern wollte - auch, weil ich nicht in die Aufklärungssache ihrer Eltern eingreifen wollte.

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Jean M. Auel: (Ayla-Serie)

  • Dieses Buch habe ich mir gerade in der Stadt bei Thalia bestellt - kann ich morgen abholen :)

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Jean M. Auel: (Ayla-Serie)

  • Da mich das Thema selber betrifft - muss ich gestehen würde ich das Buch (auch wenn Deine Rezi interessant klingt und ich Biografien mag) nicht lesen wollen.


    Wenn ich an die Zeit - wir haben nach der Hormontherapie den Kinderwunsch weg geschlossen - denke... neeeee das blende ich lieber weiter aus und kratze nicht an den Narben von damals.

    Muff Muff Muff dat Muffelinchen


    Leben ist was uns zustößt, während wir uns etwas ganz anderes vorgenommen haben. (Henry Miller)

  • :knuddel1  Ayasha

    :knuddel1

    Liebe Ayasha : vielen Dank für Deine wunderbare, sehr persönliche Rezi.

    Ich habe mir das Buch notiert und werde es bestimmt auch mal irgendwann lesen. Im Moment traue ich mich leider noch nicht.

    :knuddel1 Ich sehe es auch als Buch, das seinen richtigen Zeitpunkt braucht.

    Ich hätte mir ja auch sehr gewünscht, jemand zum Reden zu haben. Meist bekommt man ja nur mitleidige Reaktionen, wenn das Thema darauf kommt. Das ist aber das Letzte, was einem hilft.

    Ich glaube, dass die "anderen" einfach nicht wirklich nachvollziehen können, dass es ja eine Art Trauer ist, die man da zu bewältigen hat und die Leute daher nicht wissen, wie man damit umgehen soll.


    Da mich das Thema selber betrifft - muss ich gestehen würde ich das Buch (auch wenn Deine Rezi interessant klingt und ich Biografien mag) nicht lesen wollen.


    Wenn ich an die Zeit - wir haben nach der Hormontherapie den Kinderwunsch weg geschlossen - denke... neeeee das blende ich lieber weiter aus und kratze nicht an den Narben von damals.

    Das kann ich sehr gut verstehen. Ich habe aus den selben Gründen auch gezögert. Da ich aber leider im "ausblenden" sehr untalentiert bin und mich das Thema immer wieder einholt, muss ich mich zwangsläufig immer wieder damit beschäftigen. Und da kam das Buch für mich gerade zu einem richtigen Zeitpunkt.

  • Ayasha jetzt mit Ü50 sehe ich das anders, gelassener - mit Anfang 20/30 war das anders ich konnte keine Freundin besuchen im KH die Mutter geworden ist, ich bin niemand der Babys niedlich findet und ich wollte die Babys auch nicht auf dem Arm haben.
    Aber ich werde mal - wenn irgendwann mal mein SuB abgelesen ist oder ich es zufällig irgendwo kriege, es doch versuchen zu lesen.

    Muff Muff Muff dat Muffelinchen


    Leben ist was uns zustößt, während wir uns etwas ganz anderes vorgenommen haben. (Henry Miller)

  • Danke für diese Rezi :knuddelein Thema welches uns auch lange beschäftigte und die schlimmste Zeit meines Lebens war

    Ich würde mir in diesem Zusammenhang vor allem sehr wünschen, daß die übergriffige Fragerei, denen Frauen nach der Hochzeit immer noch gedankenlos ausgesetzt sind ("Na, wollt ihr nicht bald..." etc.), ein Ende haben. Antwortet man zum Selbstschutz mit Humor, handelt man sich leicht den Ruf eines Kinderhassers ein. :rolleyes:

    :writewir mussten 5 Jahre auf unser erstes Kind warten und waren davor schon lange ein Paar. Ganz schlimm was wir uns anhören lassen mussten, die meisten Stimmen kamen aus der eigenen Familie :rolleyes