Die Detektive vom Bhoot-Basar
von Deepa Anappara
Hardcover-Ausgabe mit 400 Seiten, erschienen im Rowohlt Buchverlag:
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ISBN-13
:
978-3498001186
Zur Autorin:
Deepa Anappara wuchs im südindischen Kerala auf und arbeitete in Delhi und Mumbai als Journalistin, bevor sie an der University of East Anglia im englischen Norwich Creative Writing studierte. Für ihre Arbeiten zu den Auswirkungen von Armut und religiöser Gewalt auf die kindliche Entwicklung erhielt sie mehrere Preise und Auszeichnungen. «Die Detektive vom Bhoot-Basar», ihr erster Roman, wurde bislang in 16 Sprachen übersetzt und unter anderem mit dem Bridport/Peggy Chapman-Andrews Award, dem Lucy Cavendish Fiction Prize und dem Deborah Rogers Foundation Writers Award ausgezeichnet. Deepa Anappara lebt in der englischen Grafschaft Essex
Inhalt (Klappentext):
Detektivarbeit ist kein Kinderspiel.
Der neunjährige Jai schaut zu viele Polizei-Dokus, denkt, er sei klüger als seine Freundin Pari (obwohl sie immer die besten Noten bekommt) und hält sich für einen besseren Anführer als Faiz (obwohl Faiz derjenige mit zwei älteren Brüdern und einem echten Job ist).
Als ein Junge aus ihrer Klasse verschwindet, beschließt Jai, sein Fernsehwissen zu nutzen, um ihn zu finden. Mit Pari und Faiz an seiner Seite wagt er sich in den verwinkelten Bhoot-Basar und dann weiter hinaus in die verbotenen Viertel der Stadt.
Doch mehr und mehr Kinder verschwinden, und die Dinge in der Nachbarschaft werden kompliziert …
"Die Detektive vom Bhoot-Basar" erzählt von den Farben und Widersprüchen des heutigen Indien, von sozialen und religiösen Spannungen, Korruption und Ungerechtigkeit, vor allem aber von der unbesiegbaren Vitalität dreier Kinder, von deren Wagemut, Unschuld und überbordender Phantasie.
Ein literarisches Debüt von besonderer emotionaler Tiefe, schon vor dem Erscheinen viele Male ausgezeichnet und bislang in 16 Sprachen übersetzt. Deepa Anappara bringt einen wahren Kriminalfall und eine mitreißende Coming-of-Age-Story zusammen mit der Magie einer großen Erzählung. Ein seltenes Glück."
Meine Meinung:
Ich muss gestehen, dass ich hier ein absolutes Cover-Opfer war, mir eine gänzlich andere Geschichte vorgestellt hatte, vielleicht, weil die Aufmachung so lebensbejahend und fröhlich ist, aber auch und vor allem aufgrund des fast schon flapsigen Klappentextes. Du wirst hier aber keine süße, lustige, indisch-schwülstige Detektiv-Geschichte finden, sondern die Armut und das Elend der Arbeiterviertel, die zu Füßen der wohlhabenden Mittelschicht-Hochburgen liegen.
Es war einfach traurig zu lesen, dass sich in Indien gar nichts geändert hat, noch immer leben Kinder auf Müllkippen, noch immer wird in Kasten gedacht, noch immer gibt es Unberührbare & Korruption und die Schere zwischen Arm und Reich ist immens. Die ganze Atmosphäre ist niederschmetternd. Als dann auch noch Kinder aus dem Armenviertel entführt werden, wird klar, dass diese Menschenleben dort nichts wert sind. Niemanden interessiert es, nicht einmal die Polizei. Wie überzeichnet die Figuren waren, ob überhaupt, vermag ich nicht einzuschätzen.
Das ganze Buch tut einfach nur weh.
Ich habe mich immer wieder darüber geärgert, dass es kein Glossar gab. Eigennamen und indische Original-Begriffe wurden auch nicht kursiv gedruckt, so dass man sich ständig fragen musste, ist jetzt eine Person oder ein Ding gemeint? Sehr schade, das.
Insgesamt bestimmt ein wichtiges Buch, aber alles drumherum ist irreführend, und das hinterließ bei mir ein sehr ambivalentes Lesegefühl.
Das Cover ist nichtsdestotrotz eins der schönsten aus dem Jahr 2020.
Ich würde dem Buch heute 7 Punkte geben.
Jemand, der mit diesem oben genannten Vorwissen an das Buch herangeht, gibt vielleicht 10.
P.S. Wenn die Autorin aufzeigen wollte, dass Kinder eigentlich egal in welcher Umgebung von Grund auf fröhlich sind, man ihnen diese Fröhlichkeit aber ganz leicht nehmen kann und sie ab einem gewissen Alter in Abgestumpftheit und Hoffnungslosigkeit schickt, so ist ihr zumindest dies gelungen. In Indien dauert die Kindheit im Slum nicht lang.
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ASIN/ISBN: 3498001183 |