So, ich schreibe dann erstmal meine Meinung zu dem Buch und lese dann eure Rezis.
Ich bin auf das Buch aufmerksam geworden im Rahmen des Lieblingsbuch-Event #10 [X-Edition 2022].
Ich lese selten Krimis. Wenn, dann habe ich früher Thriller gelesen, aber ich finde es schwer, da wirklich gute Bücher zu finden, ich mag ja eher Psychothriller, es muss nicht unbedingt blutig sein, auch wenn ich damit kein Problem habe. Aber so ein Krimi ist ja auch okay und da mir das empfohlen wurde, hab ich dazu gegriffen.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gefallen. Das lag zum einen an der Story, die ich an sich spannend, aber nicht an den Haaren herbeigezogen fand. Ich habe nicht nach irgendwelchen Fehlern oder so bei der Ermittlungsarbeit oder bei den Geschehnissen gesucht, daher wäre mir das nicht aufgefallen, wenn da was war, denke ich. Ich wollte einfach nur unterhalten werden und das hat geklappt. Ich habe schon Thriler gelesen, wo gefühlt jede Person irgendwie verdächtig war und mir das alles wirr konstruiert vorkam, das war aber hier auch nicht der Fall. Es war eine interessante, in meinen Augen gut durchdachte Geschichte, die ich durchgehend spannend fand.
Was mir außerdem sehr gefallen hat, waren die Figuren, die bei den Ermittlungen und die Suche nach der Vermissten involviert waren bzw. die Art, wie die Figuren im Buch beschrieben wurde. Es war nicht einfach nur eine Ermittlung bzw. Suche, sondern ich habe auch die persönlichen Geschichten z.B. von Hendrik, Anna, aber auch einigen anderen Figuren kennengelernt. Diese persönliche Verbindung zu den Figuren hat mir gut gefallen, es hat sie greifbarer gemacht, mir näher gebracht und es war somit mehr als einfach nur ein Krimi.
Diese Mischung aus der Suche nach einer vermissten Person und das persönliche Schicksal der jeweiligen Figuren, das hat mir sehr gut gefallen. Natürlich bindet es ja auch die Leser, weil man beim nächsten Band die Figuren schon kennt. Aber für mich heißt es nicht immer, dass ich auch das Folgeband lesen möchte. Hier war es so und ich habe direkt Band 2 und Band 3 gekauft.
Was mir nicht so gefallen hat bzw. mich teilweise wirklich geärgert hat, war etwas, was für mich schon fast an "Touristen-Bashing" grenzte. Ich weiß nicht, ob das hier noch jemandem aufgefallen, das werde ich gleich beim Lesen der Rezis sehen, aber sobald ich da zwei-drei Stellen über Touristen las, konnte ich dies an den weiteren Stellen gar nicht übersehen und ich dachte nur "nicht schon wieder". Ich bin kein klassischer deutscher Nordsee-Urlauber (will sagen: ich kann mit dem deutschen Hang zu Nordsee bzw. zu der Ostsee nicht viel anfangen, weil ich damit nicht aufgewachsen bin) und ich war bisher nur einmal an der Nordsee, nämlich 2020 auf Sylt und das auch nur zufällig, weil jemand abgesprungen ist und ich da spontan einspringen konnte. Und ja, ich bin ein Touri - ich war genau in Westerland und ja, ich mochte es. In dem Buch wurde öfter erwähnt, dass St. Peter-Ording quasi das neue Sylt wird - immer beliebter, immer voller. Es wurde (sorry, so kam es mir vor) gejammert, dass die Einheimischen keinen Platz mehr haben vor lauter Hotels bzw. wie die Preise steigen und dies und jenes. Ich hab hier vielleicht gerade einiges nicht ganz korrekt wiedergegeben, dafür entschuldige ich mich, aber es gab eben mehrere Stellen, an denen ich das Gefühl habe, ein Tourist müsse sich entschuldigen, wenn er nach St.Peter-Ording in den Urlaub möchte. Mir war nicht klar, dass die Insel, Städte, Gebiete an der Nordsee nur den Einheimischen vorbehalten sind... Ehrlich, das ging mir so gewaltig auf den Senkel (und ich bin froh, dass es im zweiten Teil nicht so schlimm war, fand ich zumindest).