Die Stille der Toten - Maximilian Rosar

  • Produktinformation (Amazon):

    • Taschenbuch : 352 Seiten
    • ISBN-10 : 3746637031
    • ISBN-13 : 978-3746637037
    • ASIN : B08736732D
    • Herausgeber : Aufbau Taschenbuch; 1. Auflage (22. September 2020)

    Kurzbeschreibung (Verlag):

    Der Tote aus dem Fluss.

    Frankfurt im Mai 1967. Im Main wird die Leiche eines ermordeten amerikanischen Reporters angespült, der über die Prozesse gegen die Täter von Auschwitz berichtete. Da der Tote selbst Jude war, gewinnt der Fall enorme politische Sprengkraft. Kommissar Preusser übernimmt die heiklen Ermittlungen und befindet sich bald darauf in einem Geflecht aus Schuld und Vertuschung der dunklen deutschen Vergangenheit. Sind die Mörder von damals die Täter von heute?

    Ein packender Kriminalroman vor dem Hintergrund der sechziger Jahre in Deutschland

    Zum Autor (Verlag):

    Maximilian Rosar ist Professor für Betriebswirtschaft und lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in Trier. „Die Stille der Toten“ ist sein erster Roman in der Reihe um Kommissar Preusser. Zuvor hat er unter dem Pseudonym Paul Walz vier Kriminalromane und mehrere Kurzgeschichten veröffentlicht.

    Meine Meinung:

    In Frankfurt wird ein Toter aus dem Main gefischt. Es ist 1967 und in Frankfurt laufen die zweiten Auschwitz Prozesse. Es stellt sich heraus, dass der Tote von dort berichtet hat und noch dazu amerikanischer Jude ist. Damit erhält der Fall eine Brisanz, die auch obere Stellen aufhorchen lässt.

    Nach und nach stellt sich heraus, dass die Vergangenheit noch immer in die Gegenwart wirkt.


    Ich fand das Buch wirklich toll komponiert. Es geht nicht nur um die Aufklärung des Falls, sondern auch um den Umgang der Generationen mit der Vergangenheit. Hauptkommissar Preusser war selbst als Soldat im Krieg und dieser Fall spült bei ihm Erinnerungen hoch, mit denen er nicht gut zurecht kommt. Der jüngere Kollege Wiedemann kann nicht verstehen, warum Preusser immer den Befehlen folgt und nie bereit ist, Regeln auch mal großzügiger auszulegen. Und Preussers Tochter Elke versteht nicht, warum ihr Vater nie über den Krieg spricht. Es treffen hier Generationen aufeinander, die einen wollen einfach weitermachen und die Vergangenheit begraben, die anderen endlich aufbrechen und etwas verändern im Land. So trifft Preusser auch immer wieder auf Studenten, die sich den Protesten anschließen und gerät in Berlin in die Demonstrationen gegen den Schah von Persien. Diese Begegnungen bringen ihn dazu über seine Positionen nachzudenken und sich selbst zu verändern.
    Bei seinen Kollegen zeigen sich die unterschiedlichen Umgehensweisen mit der Vergangenheit, da wird geleugnet und verdrängt, nur die wenigsten sprechen ehrlich über ihre Vergangenheit. Am Ende wird immer darauf verwiesen, dass nur Befehle befolgt wurden.


    Der Fall an sich hat es in sich und Preusser lernt, doch seinem Gewissen und seinem Bauchgefühl zu folgen, auch wenn seine Vorgesetzten versuchen den einfachen Weg zu gehen. Es kommt immer wieder zu überraschenden Wendungen, auch wenn ich relativ früh ein Gefühl für das eigentliche Motiv hatte, bin ich immer wieder überrascht worden.


    Ich würde mich sehr freuen noch mehr von diesem Autor zu lesen, ich habe in letzter Zeit nur selten einen so vielschichtigen Krimi in die Hände bekommen. Von mir eine absolute Leseempfehlung!


    10 von 10 Punkte


    ASIN/ISBN: 3746637031

  • "Die Stille der Toten" von Maximilian Rosar hat mich vom Thema her sehr angesprochen.

    Bis jetzt habe ich wenige Krimis gelesen die in den 60iger Jahren spielen.

    Studentenbewegungen, Vietnam-Krieg, sexuelle Revolution - es gibt viele Schlagworte für dieses Jahrzehnt.

    Zudem noch immer die Verdrängung der Erinnerungen an den 2. Weltkrieg und die Rolle der Deutschen in diesem präsent waren.

    Diese Themen werden in diesem Krimi miteinander verwoben.

    Der Tod eines ermordeten Juden in Frankfurt bringt Kommissar Preusser an seine persönlichen Grenzen.

    Denn die Hintergründe für diesen Mord liegen in der Judenverfolgung im 2. Weltkrieg.

    Und im Laufe der Ermittlungen wird zudem immer klarer, dass einige Personen großes Interesse daran haben, diese zu boykottieren.

    Kommissar Preusser lässt jedoch nicht locker und deckt nach und nach erschütternde Dinge auf.

    Der Schreibstil hat mir richtig gut gefallen und ich habe das Buch sehr gerne gelesen.

    Wer der fehlende Täter, der große Unbekannte, ist, war mir nach einiger Zeit ziemlich klar. Meine Vermutung wurde am Ende auch bestätigt.

    Es gab im Laufe der Geschichte zwei Dinge, die mir persönlich nicht so gut gefallen haben. Diese werde ich hier aber nicht erwähnen da ich nicht spoilern möchte.

    Und da es sich eher um meine persönliche Meinung handelt und die Handlung insgesamt nicht unbedingt schmälert.

    Für mich ein kurzweiliger Krimi mit einem sehr interessanten Thema.

  • Ein Mord der kein Mord sein darf. Denn wenn es einer ist, werden Fragen aufgeworfen die keiner beantworten will. Wenn es ein Mord ist, müssen sich alle ihrer Vergangenheit stellen und das in einem Land das kollektiv nach vorne schaut und bloß nicht zurück. Die Stille der Toten von Maximilian Rosar spielt in den 60er Jahren.


    Bis jetzt habe ich wenige Krimis gelesen die in den 60iger Jahren spielen. Studentenbewegungen, Vietnam-Krieg, sexuelle Revolution - sie alle prägten dieses Jahrzehnt. Zudem noch immer die Verdrängung der Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg und seine psychischen Folgen. Diese Themen werden in diesem Krimi miteinander verwoben. Der Tod eines ermordeten Juden in Frankfurt bringt Kommissar Johannes Preusser an seine persönlichen Grenzen. Denn die Hintergründe für diesen Mord hängen mit dem Nazi-Regime im Zweiten Weltkrieg zusammen. Nicht alle haben Interesse daran, dass die Gründe für diesen Mord publik werden.....


    Mir hat dieser Krimi ausgesprochen gut gefallen, schon allein weil er in den 60er Jahren spielt und damit mal etwas anderes ist, als der klassische Krimi. Der Schreibstil ist flüssig und gut, die Geschichte glaubhaft und authentisch. Ich würde mich freuen, schon bald wieder einen Krimi von Rosar lesen zu dürfen!