1. Band der Roland Kant-Trilogie
Kurzbeschreibung:
Der Hamburger Werbetexter Roland Kant brütet zu mitternächtlicher Stunde vergeblich über einer Headline zum Thema Schmelzkäse, als er beim Blick aus dem Fenster Zeuge einer Schießerei in der gegenüberliegenden Wohnung wird: Ein Mann sinkt tödlich getroffen zusammen, einen anderen erwischt es an der Schulter, eine Frau kann entkommen. Doch als Kant kurz darauf vor der betreffenden Wohnungstür steht, öffnet ihm ein Mann, der sich völlig ahnungslos gibt, und auch die Polizei glaubt eher an die überreizten Sinne eines gestressten Texters als an Mord.
Kant aber erfährt Bestätigung durch die Ereignisse des nächsten Tages, bei denen er nur knapp einigen Anschlägen auf sein Leben entgeht. Er sieht nur noch einen Weg: Die Betextung von Käseecken kurzzeitig ruhen zu lassen, um selbst Licht in die mysteriöse Affäre zu bringen. Und schon bald stößt er auf einen reichen Geschäftsmann mit einem tödlichen Hobby...
Über den Autor:
siehe www.sven-boettcher.de
Meine Meinung:
„Es war wie Lektüre eines Umberto-Eco-Buches: Ich konnte nur darauf warten, dass irgendetwas passierte und hoffen, dass ich nicht vorher einschlief.“ (S. 20).
Dies gilt für dieses witzige Kleinod kein bisschen, denn schon lange musste ich bei einem Krimi nicht mehr so lachen wie bei diesem hier, so gut trifft er meinen Humor. Roland Kant, nach eigener Aussage zeitweise überschätzt, beobachtet einen Mord, für den jedoch unmittelbar danach jede Spur fehlt. Auf seiner Suche nach Opfer und Täter merkt er schnell, dass Privatdetektiv keine wirkliche Berufsalternative ist. Doch aus Angst um sein eigenes Leben ermittelt Kant heimlich weiter und gerät dabei in gefährliche Situationen.
Seine trockene, fast parodistische Art zu erzählen, erzeugt beim Leser ein Dauergrinsen, denn wer stellt schon in einer ausweglosen Situation so treffend fest: “Was sollte ich damit [dem Feuerzeug] machen? Es ihm an die quadratische Rübe werfen und hoffen, sein Glaskinn zu treffen? Genausogut konnte ich die Marseillaise anstimmen und hoffen, ihn mit gezielten Dissonanzen bewusstlos zu trällern.“ (S. 134)?