Verlag: Luchterhand
Rückseite:
Aber es könnte sein, dass dieser Prozeß einer Entfremdung sich unter der Oberfläche massenhafter, äußerer, äußerlicher Annäherung, ja, Verbrüderung wider allen Augenschein sogar noch ausbreitet; dann nämlich, wenn im Zuge des als „Vereinigung“, gar „Wiedervereinigung“ beschriebenen schnellen Anschlusses der Deutschen Demokratischen Republik an die Bundesrepublik Deutschland die Geschichte des einen, dann nicht mehr existierenden Nachkriegsstaates auf deutschen Boden aus hingebungsvollem Anpassungsstreben auf der einen, aus Überlegenheits- und Siegesgefühl auf der anderen Seite öffentlich beschwiegen und in die Menschen zurückgedrängt würde, die sie gemacht, erlebt und erlitten haben.
Über die Autorin:
Christa Wolf, geboren 1929 in Landsberg/Warthe (Gorzów Wielkopolski), lebte in Berlin und Woserin, Mecklenburg-Vorpommern. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Preisen, darunter dem Georg-Büchner-Preis, dem Thomas Mann Preis und dem Uwe-Johnson-Preis, ausgezeichnet. Sie verstarb 2011 in Berlin.
Mein Eindruck:
Christa Wolf hatte ich für mich erst mit ihrem Spätwerk entdeckt und deswegen viele ihrer Bücher erst posthum gelesen.
Ihr Werk beschäftigt mich auch jetzt noch.
Dieses Buch versammelt Essays aus den späten Achtziger Jahren, z.B. Reden, Briefe und ein Nachruf auf Erich Fried.
Am meisten haben mich die Gespräche beschäftigt, von denen es 4 im Buch gibt.
Christa Wolf schafft es, sich präzise auszudrücken, dabei stets zurückhaltend. Ihr Ton war ohne Larmoyanz.
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ASIN/ISBN: 3630619231 |