Blackwood: Briefe an mich - Britta Sabbag

  • Inhalt:

    Stell dir vor, du bekommst einen Brief von deinem zukünftigen Ich. Würdest du ihn lesen?

    Für Gesine ist das keine Frage. Natürlich würde sie. Denn nach dem Tod ihrer Mutter muss sie alleine zu einer Verwandten nach Irland ziehen. In dem kleinen, verschlafenen Dörfchen Blackwood hat sie niemanden, mit dem sie so richtig über ihren Kummer sprechen kann. Auch nicht über Arian Mary, den unverschämt gutaussehenden Sohn der örtlichen Butterdynastie. Noch dazu machen sie die Dorfbewohner mit Geschichten über allerlei übernatürliches Zeug verrückt. Alles Quatsch, denkt sich Gesine. Bis sie in einem geheimnisvollen alten Schreibtisch einen Brief von ihrem zukünftigen Ich findet, der ihre Welt ganz schön durcheinanderbringt...


    Rezension:

    Nach dem Unfalltod ihrer Mutter zieht Gesine von Wien nach Irland, ins beschauliche Blackwood.

    Doch der Start ist alles andere als einfach, denn in Irland ticken die Uhren einfach anders und Gesine muss sich an die ungewöhnliche Lebensweise gewöhnen. Als sie mit niemanden sprechen kann, schreibt sie einen Brief an sich selbst, aber mit einer Antwort von ihrem zukünftigen Ich, hätte sie nie gerechnet.


    "Blackwood - Briefe an mich" ist ein Einzelband von Britta Sabbag, der aus der Ich-Perspektive der fünfzehn Jahre alten Gesine Nowak erzählt wird.


    Gesine hat es gerade wirklich nicht einfach, denn ihre Mutter ist plötzlich bei einem Autounfall verstorben und sie muss zu ihrer Tante Wanda ziehen, die sie noch nie zuvor gesehen hat.

    In Blackwood angekommen stolpert Gesine von einem Fettnäpfchen ins nächste, auf die magische Umgebung kann sie sich nur schwer einlassen. Nur der hübsche Arian Mary, Erbe der Marygold Familie hat es ihr angetan und so entschließt sie sich zu bleiben.


    Mit Ge bin ich leider absolut nicht warm geworden! Ich fand es schade, dass sie so viele Vorurteile gegenüber Blackwood und seinen leicht verschrobenen, aber auch liebenswerten Einwohnern hatte. Sie handelt oft, ohne groß zu überlegen, ist undankbar und hält sich für etwas Besseres. Sie versinkt oft im Selbstmitleid, aber nicht nur wegen des Todes ihrer Mutter, das wäre ja noch nachvollziehbar gewesen, eher wegen Geschehnissen an ihrer Schule. Ich muss sagen, dass Gesine mir immer unsympathischer geworden ist, je besser ich sie kennengelernt habe.


    Auch die Liebesgeschichte konnte mich nicht überzeugen! Gesine sieht Arian, den Butterprinzen von Blackwood und es ist Liebe! Dass er mit der unausstehlichen Lilian Swanton zusammen ist, versetzt ihren Gefühlen nur einen kleinen Dämpfer.

    Ich war ehrlich gesagt verwundert, dass die Liebesgeschichte so einen großen Raum in der Geschichte eingenommen hat, während der Tod von Gesines Mutter eher in den Hintergrund gerutscht ist. Das fand ich sehr schade, auch weil es bezüglich Gesines Mutter ein paar spannende Fragen gab, die leider nicht weiter verfolgt worden sind! Arian fand ich als Charakter ganz interessant, aber man erfährt leider nicht viel über ihn, sodass er eher blass blieb.


    Als Gesine mit niemanden reden kann, schreibt sie kurz entschlossen einen Brief an sich selbst, doch als sie am nächsten Tag eine Antwort von ihrem älteren Ich erhält, fällt sie aus allen Wolken!

    Die Grundidee hat mir richtig gut gefallen, aber für meinen Geschmack wurde da zu wenig draus gemacht! Gesines Schulalltag und die Liebesgeschichte standen deutlich stärker im Fokus, als die wenigen Briefe, die Gesine mit ihren älteren Ich austauscht und so viel haben diese leider auch nicht zur Handlung beigetragen, was mich ein wenig enttäuscht hat!

    Die Geschichte spielt im beschaulichen Blackwood, einem kleinen Dorf in Irland. Hier wird viel getratscht und an Magie geglaubt, ein wirklich tolles Setting! Mit der sympathischen Ladenbesitzerin Mimi, oder dem Junior-Journalisten Sam haben wir auch spannende Nebencharaktere kennengelernt, und die Atmosphäre habe ich sehr gemocht!

    Doch die hat es letzten Endes dann leider auch nicht mehr rausgerissen!


    Fazit:

    Von "Blackwood - Briefe an mich" von Britta Sabbag hatte ich mir deutlich mehr erhofft!

    Mit Gesine bin ich leider überhaupt nicht warm geworden, je besser ich sie kennengelernt habe, desto unsympathischer wurde sie mir und auch die Geschichte konnte mich nicht wirklich fesseln.

    Ich fand es schade, dass die Liebesgeschichte so stark im Fokus stand und viele spannende Ansätze nicht weiter verfolgt worden sind. Hier wurde viel Potenzial verschenkt! Nur die Atmosphäre hat mir richtig gut gefallen, aber der Rest hat für mich leider nicht gepasst.

    Ich vergebe zwei Kleeblätter.

    ASIN/ISBN: 3841440134

  • Oh, dann bin ich nicht die einzige, die so denkt

    Ich hatte mich so sehr auf das Buch gefreut, und wurde dann enttäuscht :(

    Wenigstens ließ es mich ein paar mal schmunzeln, z.b bei der Sache mit dem Unkraut und Kobolden :D

    Ich bin gespannt, wie das neue Buch wird, die Story hört sich ja wieder großartig an

    Wenn du den roten Faden verloren hast, halte nach einem anderem ausschau, vielleicht ist deiner BUNT
    (Das Leben ist (k)ein Ponyhof - Britta Sabbag)

  • Oh, dann bin ich nicht die einzige, die so denkt

    Ich hatte mich so sehr auf das Buch gefreut, und wurde dann enttäuscht :(

    Wenigstens ließ es mich ein paar mal schmunzeln, z.b bei der Sache mit dem Unkraut und Kobolden :D

    Ich bin gespannt, wie das neue Buch wird, die Story hört sich ja wieder großartig an

    Ich habe echt lange über die Bewertung nachgedacht, weil ich es am Anfang eigentlich noch richtig gut fand! Die magische Umgebung, der Humor, die Atmosphäre, aber Gesine, der große Fokus auf die Liebesgeschichte, aber auch dass der Tod von Gesines Mutter, oder auch die Briefe ziemlich unter den Tisch gefallen sind, haben es mir dann doch verdorben. Schade, denn ich habe mich, wie Du, echt sehr auf die Geschichte gefreut!

    Das neue Buch ist ja wieder richtig hübsch und der Inhalt klingt auch super, aber ob ich es lesen werde... Wahrscheinlich nicht.

  • Ich habe es jetzt auch gelesen und kann mich eigentlich nur Chiantis Einschätzung anschliessen. Der Handlungsstrang um die Briefe ist alles in allem sehr enttäuschend, weil er im Grunde keine große Rolle spielt, die Geschichte hätte auch ohne funktioniert. Dann allerdings hätte sie eben keinen "besonderen" Aufhänger gehabt, sondern wäre als mehr oder weniger typische Teenie-Romanze daher gekommen - mehr ist es allerdings trotzdem nicht.

    Es hat sich gut gelesen, an einigen Stellen hab ich mich sehr geärgert, meistens wurde ich gut unterhalten, aber das war es dann auch. Warum das Buch als All-Age-Buch vermarktet wird, erschliesst sich mir nicht. Kann man lesen, man verpasst aber auch nichts, wenn man es lässt.