Ursula Neeb - Der Teufel vom Hunsrück

  • Autorin: Ursula Neeb

    Titel: Der Teufel vom Hunsrück

    ISBN: 978-3548287508

    Verlag: Ullstein Taschenbuch

    Seiten: 416

    erschienen am: 15.01.2016


    Über die Autorin:


    Ursula Neeb hat Geschichte studiert. Aus der eigentlich geplanten Doktorarbeit entstand später ihr erster Roman Die Siechenmagd. Sie arbeitete beim Deutschen Filmmuseum und bei der FAZ. Heute lebt sie als Autorin mit ihren beiden Hunden in Seelenberg im Taunus.


    Kurzbeschreibung:


    Im Jahre 1581 bricht der Gelehrte Martin Molitor zu einer Reise nach Trier auf. Seine Schwester Sybille ist voller Sorge. Es ist kein Geheimnis, dass ein Serienmörder an der Mosel sein Unwesen treibt und viele Wanderer nicht zurückkehren. Als ihre schlimmsten Befürchtungen wahr werden und Martin verschollen bleibt, bricht Sybille gegen die Widerstände ihrer Familie auf und will die Wahrheit ergründen. Sie trifft auf den Schriftenhändler Sebastian Wildgruber und verliebt sich unsterblich in ihn. Gemeinsam mit Sebastian beginnt Sybille, das grausame Rätsel um den Teufel vom Hunsrück zu entwirren.


    Meine Meinung:


    Es ist schon einige Zeit her, dass ich die Reihe um die Hurenkönigin gelesen habe, aber Der Teufel vom Hunsrück ist eine ganz andere Hausnummer. Dieses Buch zeigt einem den menschlichen Abgrund. Wie kann man als Mensch nur zu solchen Taten fähig sein? Wenn man sich dann auch noch vor Augen führt, dass diese Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, macht einem das schon ein wenig Angst.


    Man wird gleich zu Beginn mit dem Täter / den Tätern bekannt gemacht. Groperunge - der Hauptprotagonist - ist der Satan in Person. Er kann sich "unsichtbar" machen und jeden Menschen in seinen Bann ziehen. Er kann vom lieben netten Mönch, über den freundlichen Reliquienhändler zum Teufel werden. Er ist die Ausgeburt der Hölle.


    Dieses Buch ist für mich keine leichte Kost gewesen, dennoch wollte ich stets weiterlesen, weil diese Geschichte so packend und realistisch erzählt wird, dass man sich immerzu im Bann des Teufels gefühlt hat. Die Autorin hat hiermit mein Lesehighlight für dieses Jahr geschaffen. Ich habe die Bücher um Ursel Zimmer schon geliebt, aber dieses Buch ist einfach (grauenvoll) lesenswert. Noch jetzt denke ich darüber nach wie man zu solchen Taten fähig sein kann. Wie kann man denn nur so sein und vor allem solchen Blutdurst und solchen Hass empfinden? Hier geht es nicht um Rache, es geht um das Morden, das Morden als Hobby eines Menschen. Groperunge macht vor keinem Menschen Halt, egal ob Mann, Frau oder Kind. Egal welchen Standes. Auch jetzt sitze ich da und schüttle mit dem Kopf, da ich es einfach nicht nachvollziehen kann.


    Die Autorin erschafft mit diesem Buch die Auferstehung des Teufels als Serienmörder. Ein unglaublich lesenswertes Buch, was ich allen empfehlen kann, die historische Krimis mit wahrer Begebenheit lieben.


    Ich vergebe volle 10 Punkte für dieses Meisterwerk!

    :lesend Viveca Sten - Mörderische Schärennächte

    SuB: 733

    Leseliste 2025 (führe ich nicht) & Alt-SuB 2025

    Lesen ist für den Geist, was Gymnastik für den Körper ist!

  • Das ist lieb gemeint, im Moment fehlt mir nur leider die Zeit. Ich habe hier noch einiges liegen, wo ich auch nicht zu komme. :(

    Es geht uns mit den Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber wenige erwählen wir zu unseren Freunden, unseren vertrauten Lebensgefährten.
    Ludwig Feuerbach (1804-1872)

  • Mir hat das Buch leider gar nicht gefallen.


    Den Schreibstil der Autorin fand ich gewöhnungsbedüftig, ich empfand ihn als sehr ungelenkig und plakativ. Ein Beispiel aus Kapitel 3, die Unterhaltung zwischen einem Bösewicht und seinem neuen Schüler: Der Bösewicht "... raunzte herrisch, ... krähte, ... knurrte grimmig, ... gab ein höhnisches Wiehern von sich, ... prustete verächtlich, ... murmelte kopfschüttelnd, ... fluchte zwischen den Zähnen, ... mokierte sich, ... bleckte höhnisch die Zähne" etc. und wieder von vorn. Du meine Güte.


    Außerdem wurde ich mit den Figuren nicht wirklich warm. Ich fand die allermeisten sehr flach charakterisiert.


    Ich habe mir öfters überlegt, ob ich abbreche. Die einzige starke Figur in dem Buch (Marie) ließ mich aber durchhalten. Eine Leseempfehlung will ich aber trotzdem nicht aussprechen.