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Programmvorstellung mit Autorenlesungen im Haus Bastei Lübbe

Vor ca. 4 Wochen fischte ich eine Einladung des Bastei Lübbe Verlages zu einer Programmvorstellung aus dem Briefkasten. Nach dem Motto “Neuer Verlagsort, neuer Verlagsname, neue Konzepte” sollten wir Donnerstag, den 20. Mai auf das künftige Programm eingestimmt werden. Es sollte eine exklusive Preview der Highlights präsentiert werden, auf die ich sehr gespannt war, weil es so eine Veranstaltung meines Wissens noch nie gab.

Anfang März fand ja erst die große Verlagseinweihungsfeier nach dem Umzug nach Köln statt. Obwohl ich eine der heiß begehrten Einladungen hatte, war ich damals nicht gefahren und wollte die jetzige Einladung auf jeden Fall wahrnehmen und mit einer Verlagsbesichtigung verbinden.

Um ca. 10 Uhr düste ich mit meiner Freundin los in Richtung Köln. Wir kamen so entspannt durch, dass wir sogar vorher noch ein halbes Stündchen Pause machen konnten und Zeit für einen Kaffee hatten. Kurz nach 13 Uhr fuhren wir auf dem Verlagsgelände vor. Auf dem Weg zum Eingang kamen wir an einem Auto mit Anhänger vorbei, in dem ein Koch stand, der Speisen vorbereitete und uns sehr herzlich begrüßte.

Wir schafften es sogar noch vor der eigentlichen Veranstaltung, eine Etage des Verlages anzusehen. Der Bastei Lübbe Verlag ist in einem riesigen Haus mit 6 Stockwerken untergebracht, wobei der Verlag das Erdgeschoss und drei weitere Stockwerke belegt, dazwischen sind zwei Geschosse anderweitig vergeben.

Im Erdgeschoss befindet sich das große Forum, in dem die Veranstaltung mit ca. 120 Leuten stattfinden sollte. Immer mehr Leute kamen an und es gab vorab kleine Brötchen, Bagels und Donuts zu essen und man konnte Getränke nach Wunsch wählen.

Fast auf die Minute pünktlich nahmen wir unsere Plätze ein, wobei wir das Glück hatten, gleich in der 2. Reihe zu sitzen. Direkt vor uns saß Harald Glööckler, der sich, nachdem wir saßen, zu uns umdrehte und per Handschlag vorstellte. Sehr freundlich und charmant witzelten wir ein wenig herum, bevor Stefan Lübbe die Eröffnungsrede hielt. Er übergab dann das Wort an den Geschäftsführer Klaus Kluge, der uns noch ein wenig zum Ablauf der Veranstaltung erzählte und noch einmal darauf hinwies, dass wir nur 2 Std. und 15 Min. Zeit hätten, da uns Felix Benz bis dahin lecker bekochen würde.

Felix Benz wurde dann auch zuerst auf die Bühne gebeten. Sein Buch “Wok ’n’ Roll – Scharfe Storys aus der Spitzengastronomie” wird im November erscheinen. Auf den Titel angesprochen erzählte er uns, dass Köche immer laute Musik an haben und doch nie auf einem Fleck stehen würden. Er fasste sich recht kurz, um uns dann lecker zu bekochen. Vorher jedoch erzählte er uns noch, dass er ja schon einmal für den Verlag gekocht hätte – da wären 70 Personen anwesend gewesen, gegessen hätten aber ca. 100, was für die ersten kräftigen Lacher sorgte.

Danach wurde uns Peter Großmann vorgestellt, der uns fortan mit Herrn Kluge zusammen durch den Nachmittag führen sollte. Dabei wurde noch einmal auf Großmanns Buch “Dumm kickt gut” hingewiesen und wir erfuhren, dass sehr viele Fußballprofis Abitur gemacht haben. Auch Sonya Krauss, die in der ersten Reihe saß, hätte ja schließlich ein 1,6er Abi vorzuweisen, worauf sie nur trocken einwarf, das sei ja schon verjährt. Mit anderen Worten: es ging lustig weiter.

Peter Großmann interviewte danach Sonya Krauss zu ihrem im Februar erscheinenden Buch “Wenn das Leben dir eine Zitrone gibt, frag nach Salz und Tequila”. Frau Krauss ist eine sehr schlagfertige Frau, die auch immer wieder charmant den Fragen auswich, wann denn ihr Entbindungstermin anstehe. Auf den Abgabetermin des Buches angesprochen, antwortete sie dann auch sehr doppeldeutig, dass ihre beiden Termine doch relativ nah beieinander lägen und sie das eine ja auch bei Nichtgefallen nicht zurückgeben könnte.
Wir erfuhren ein wenig zu ihren Büchern, ihrem sehr spannenden Tascheninhalt und was es mit dem Titel des Buches auf sich hat. Danach musste sie uns leider schon verlassen, da sie am Abend noch zu einem Termin in Leipzig erwartet wurde.

Nazan Eckes
©Oliver Favre

Peter Großmann hatte noch eine weitere sehr charmante Gesprächspartnerin, die Fernsehmoderatorin Nazan Eckes. Ihr Buch “Guten Morgen, Abendland” wird im Oktober erscheinen. Frau Eckes erzählte uns, wie oft sie ihre Eltern zu den Buchrecherchen befragen musste, was nicht ganz einfach ist, da ihre Eltern die Hälfte des Jahres in Deutschland und die andere Hälfte in der Türkei leben. Ihr Vater musste sich extra deshalb mit den ungeliebten E-Mails auseinandersetzen, doch das würde jetzt prima klappen und er sei ihr eine große Hilfe bei vielen Fragen gewesen. Sie erzählte von den Türkeireisen während ihrer Kindheit: ca. 4.000 km, die mit dem Auto in 4 Tagen mit Übernachtungen und in Ruhe durchgeführt wurden, während man sich heute ins Flugzeug setzt und in gut 3 Stunden am Bestimmungsort landet. Auch mit ihr verflog die Zeit nur so im Fluge, sie erzählte einfach zu spannend.

Zwei Autoren konnten leider nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Ken Follett befindet sich zur Zeit auf einer Recherchereise und wurde uns durch einen kurzen Film näher gebracht. Ken Follett und Bastei Lübbe verbindet eine 30-jährige Zusammengehörigkeit, eine einmalige Leistung im heutigen Verlags- und Buchleben. Zurückgeführt wird diese lange Verlagsverbundenheit auch auf die tiefe Freundschaft der Familien Lübbe und Follett.

Wir können uns im September auf den 1. Teil der Trilogie “Sturz der Titanen” mit ca. 1.200 Seiten freuen. Krieg und Frieden des 20. Jahrhunderts sind die Schlagworte der 3 Bücher, die im Zweijahresabstand erscheinen und insgesamt ca. 4.000 Seiten beinhalten sollen.

Die zweite nicht anwesende Autorin war Jodi Picoult, die nach Jahren im Piper Verlag wieder zurück zu Bastei Lübbe wechselt. Auszüge aus ihrem neuen Buch “Zerbrechlich” (erscheint im Oktober) wurden uns von der grandios lesenden Gudrun Landgrebe vorgetragen. Es geht um ein Kind mit der Glasknochenkrankheit. Der Prolog des Buches war sehr intensiv und berührend, Stille machte sich im Raum breit, als alle aufmerksam Frau Landgrebe lauschten.

Kerstin Gier war zu meiner großen Freude auch vor Ort, was ich vorher leider nicht wusste, denn sonst hätte ich an dem Morgen die wasserfeste Wimperntusche benutzt. Wer Kerstin Gier einmal live erlebt hat, weiß wovon ich rede. 2,6 Millionen verkaufte Bücher sprechen eine deutliche Sprache. Sollte sich in eurer Gegend eine Lesung mit Kerstin Gier ergeben, geht hin – ihr habt soviel Spaß wie selten. Es dauerte auch wirklich nicht lange und mir liefen die Lachtränen nur so über das Gesicht. Im ganzen Raum jagte eine Lachsalve die nächste und viel zu schnell ging Kerstin schon wieder von der Bühne.

Der sehr bekannte Hörbuchsprecher Sascha Rotermund hat uns ein Kapitel aus dem Hörbuch “Die Radleys” (erscheint im August) vorgetragen. Zu einem Videoeinspieler kam er begleitet von zwei Frauen in tollen Kleidern und großen Kapuzen, beide mit brennenden Kerzen in den Händen, durch den Gang auf die Bühne ans Stehpult, während die beiden die ganze Zeit mit den Kerzen hinter ihm standen. In diesem stimmungsvollen Ambiente las er uns ein Kapitel vor und am Ende wollte man nur noch weiter zuhören. Es ist schon toll, einen Hörbuchsprecher lesen zu sehen. Solltet ihr mal die Möglichkeit haben – nutzt sie unbedingt!

Harald Glööckler und Peter Großmann
©Oliver Favre

Zuletzt bat Peter Großmann dann Harald Glööckler zum Interview. Im Oktober erscheint das gleichnamige Buch des bekannten Modedesigners. Harald Glööckler ist ein sehr sympathischer Mann, der durch seinen extravaganten Kleidungs- und Modestil sofort auffällt. Er erzählte kurz davon, dass er keine leichte Kindheit hatte – ganz im Gegenteil, seine Kindheit sei ein Thriller gewesen. Er hatte jedoch immer den Traum, reich und berühmt zu werden, auch wenn sein bisheriges Leben immer in Wellenlinien verlaufen ist.
Auf die Abschlussfrage, was er sich denn als nächstes vorgenommen hätte, kam sehr schlagfertig die Antwort “2 Millionen verkaufte Bücher” und alles musste lachen.

von links nach rechts (Reihe hinten): Kerstin Gier, Sascha Rotermund, Nazan Eckes, Gudrun Landgrebe, Harald Glööckler, Stefan Lübbe, Felix Benz
(Reihe vorne): Sonya Kraus, Peter Großmann
© Oliver Favre

Klaus Kluge und Stefan Lübbe baten danach alle noch einmal gemeinsam auf die Bühne und ließen damit die sehr gelungene Verlagsvorschau ausklingen. Die Vorhänge gingen automatisch zur Hälfte hoch, die Türen wurden geöffnet und herein wehte sofort der leckere Geruch unseres Essens. Nachdem wir uns gestärkt hatten, haben wir uns den kompletten Verlag angeschaut und danach noch in aller Ruhe eine Runde gequatscht, bevor wir uns auf die Rückfahrt gemacht haben. Ich habe mich sehr gefreut, viele bekannte Gesichter zu sehen und in Ruhe mit jedem mal reden zu können und freue mich jetzt schon auf den November, wenn Bastei Lübbe zum zweiten Mal alle zur nächsten Vorschau-Preview bittet.