Rezension: Ausgeliebt – Dora Heldt

Dieser Beitrag ist der 1. Teil der Christine Reihe - Dora Heldt

Ausgeliebt – Dora Heldt

AusgeliebtÜber die Autorin:
Dora Heldt, 1961 auf Sylt geboren, in Bonn die Buchhändlerlehre und in Koblenz erste Berufserfahrungen gemacht, arbeitet seit 1992 als Verlagsvertreterin und lebt heute in Hamburg. Ihre Romane “Urlaub mit Papa” und “Tante Inge haut ab” avancierten 2008 und 2009 zu Bestsellern.

Kurzbeschreibung:
Mann weg, Liebe weg, Leben futsch? Denkste! Life begins at forty.
Wenn man mit fast vierzig und nach zehn Jahre Ehe plötzlich von seinem Mann verlassen wird, dann ist das ein Schock. Wenn man mit fast vierzig und nach zehn Jahren Ehe aber plötzlich per Telefon von seinem Mann verlassen wird, während man gerade ganz gemütlich Hugh Grant dabei zusieht, wie er der Liebe seines Lebens hinterherhechtet, dann ist das eine Katastrophe. Klingt unglaublich? Gar nicht, denn genau das passiert Christine, der vielreisenden Verlagsvertreterin, eines schönen Abends auf dem schwesterlichen Sofa in Hamburg. Was nun?

Trotz Krise muss gehandelt werden, das jedenfalls beschließen ihre Schwester Ines sowie die vielen Freundinnen, die ihr als allererstes den Umzug aus dem gemeinsamen Haus nach Hamburg verordnen. Dort einmal angekommen, ist der erste Schritt getan, doch dann geht’s erst so richtig los – die vielen Fragen nach dem Warum, die Gewöhnung ans plötzliche Alleinsein, die Organisation des täglichen Lebens und nicht zuletzt das mehr als angeknackste Selbstbewusstsein. Doch wie sagt Freundin Marlen: »Schätzchen, in einem halben Jahr lachst du drüber.« Ob’s wirklich so ist, erzählt Dora Heldt in diesem Mut machenden, humorvollen Roman über einen Neuanfang, bei dem schließlich viel mehr herauskommt als nur die Bewältigung einer unfreiwilligen Lebenskrise.

Meine Meinung:
Christine, um die 40 und erfolgreich in der Buchbranche tätig, ist sich eigentlich schon lange darüber bewußt, dass ihre Ehe in letzter Zeit nicht mehr besonders toll läuft. Trotzdem ist sie total geschockt, als sie vom Trennungswunsch ihres Mannes hört. Ihre Freundinnen und ihre Schwester fangen Christine in ihrer größten Krise auf. Als Leser hat man immer wieder das Gefühl mit den Freundinnen zusammen am Tisch zu sitzen, ja, man wünscht es sich, man möchte mitreden, weinen und lachen, einfach nur da sein und diese wundervolle Runde vergrößern können.

Die Autorin hat ein trauriges Thema in einer lockeren, humorvollen Weise geschildert, schade nur, dass das Buch so dünn ist. Ich hätte gerne noch ein paar Stunden mehr das Lesevergnügen gehabt.

Buch-Informationen:
Seiten: 220
Erschienen bei: Deutscher Taschenbuch Verlag
Autorin: Dora Heldt
Originaltitel: Ausgeliebt
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423245077
ISBN-13: 978-3423245074

Weitere Informationen:
Autorenportrait: Dora Heldt
Bücherserie: Dora Heldt
Leserunde: Ausgeliebt – Dora Heldt
Rezension: Ausgeliebt – Dora Heldt (Buch)
Weitere Rezensionen: Dora Heldt

Rezension: Unzertrennlich – Dora Heldt

Dieser Beitrag ist der 2. Teil der Christine Reihe - Dora Heldt

Unzertrennlich – Dora Heldt

UnzertrennlichÜber die Autorin:
Dora Heldt, 1961 auf Sylt geboren, in Bonn die Buchhändlerlehre und in Koblenz erste Berufserfahrungen gemacht, arbeitet seit 1992 als Verlagsvertreterin und lebt heute in Hamburg. Ihre Romane “Urlaub mit Papa” und “Tante Inge haut ab” avancierten 2008 und 2009 zu Bestsellern.

Meine Meinung:
Christine, die wir schon aus dem Roman “Ausgeliebt” kennen, will ihren vierundvierzigsten Geburtstag, beim Italiener um die Ecke im kleinen Kreis feiern, gerade so in Jeans und Rollkragenpullover. Dorothea, ihre Nachbarin und Freundin, holt sie ab und verkündet eine Programmänderung: feine Kleidung und einen Ortswechsel. Christine, die Geburtstage nicht leiden kann und Überraschungen hasst, ist zunächst sprachlos. Dorothea kennt ihre Freundin. Sie sorgt dafür, dass Christine sich umzieht und fährt mit ihr los. Obwohl Christine Dorothea löchert, wo und warum die Feier jetzt woanders stattfindet, erhält sie keine Antwort. Sie kommen schließlich in einer von Christines Lieblingsecken in Hamburg an und betreten ein Restaurant. Dort werden sie von ca. 20 Personen empfangen die gemeinsam “Happy birthday” singen. Christine ist fassungslos.
Nach diesem schwungvollen Auftakt wird der Leser ca. ein halbes Jahr zurückgeführt.

Inzwischen arbeitet Christine im Vertrieb des Verlags, für den sie früher im Außendienst tätig war. Außerdem schreibt sie seit einiger Zeit Kolumnen zu Themen wie “Meine erste Freundin”, “Putzen für Mutti”, “Zickenkrieg” oder “Mondpower und Liebesglück” für das Stadtmagazin “Kult”, das ihre Freundin Ruth herausgibt.
Christine, Ruth, Gabi und Luise treffen sich in einem Cafe auf ein Feierabendbier. Ruth steckt gerade in wilden Planungen für die Hochzeit einer Freundin und möchte sich von den anderen Frauen hierfür Tipps geben lassen. Christine erinnert sich mit unguten Gefühlen an ihre eigene Hochzeit sowie ihre ehemals beste Freundin, die erst ihre Trauzeugin war und ihr dann später den Mann ausspannte. Sie ist ziemlich genervt von den Hochzeitsplanungen und verabschiedet sich bald. Luise und Gabi klären Ruth über Christines Ehe, ihre damals beste Freundin und die Trennung auf. Sie erzählen, dass Christine sich seit der Zeit mit Freundschaften sehr bedeckt hält. Ruth kann es nicht fassen und hat die Idee, Christines frühere Weggefährtinnen ausfindig zu machen und die dann als Überraschung zu Christines bevorstehendem vierundvierzigsten Geburtstag einzuladen.
Nun folgt mit Hilfe von Christines Geschwistern ein wahres Detektivspiel, die alten Weggefährtinnen wieder zu finden. Einmal aufgespürt, werden die alten Freundinnen zur Party eingeladen, sie werden aber auch gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Gefragt wird nicht nur nach dem Namen, Alter und Wohnort, sondern vor allem wann und wo sie Christine kennen gelernt haben, welches das beste Erlebnis mit ihr war, was die Freundschaft ausgemacht hat und wie Christine als Freundin war, wie das Lebensmotto lautet und was eine Freundin ist sowie die Frage nach der ersten Reaktion auf die Einladung.

Diese Fragebögen sind im Buch nach zu lesen ebenso wie manche von Christines Kolumnen. Als LeserIn erlebt man also hautnah die Reaktion der Freundinnen auf die Einladungen, die Rückerinnerungen an alte Zeiten. Man erfährt, warum die Freundschaften auseinander gingen, wie schmerzlich solche Vorgänge oft waren. Freundschaften zerbrechen aus vielen Gründen, durch Partnerschaften, weil der neue Partner nicht gemocht wird, durch Kinder und Umzüge und aus vielen anderen Gründen. Man liest aber auch, warum Freundschaften halten und was sie überhaupt bedeuten können.

“Unzertrennlich” ist kein Buch über einzelne Frauen, sondern über Freundschaften, wie wichtig sie sind und was sie ausmachen. Es ist vielleicht kein Buch für ganz junge LeserInnen, weil die Erinnerung an früher eine bedeutende Rolle spielt. Es ist ein durch und durch warmes Buch, schön, witzig, traurig, man vergießt auch ein paar Tränen. Vor allem aber erinnert man sich an die eigenen, früheren Freundinnen und denkt ganz besonders an die heutigen. Es ist ein Buch voller Überraschungen und überraschender Einblicke und Einsichten. “Unzertrennlich” zählt für mich zu den besten Büchern dieses Jahres.

Buch-Informationen:
Seiten: 304
Erschienen bei: Deutscher Taschenbuch Verlag
Autorin: Dora Heldt
Originaltitel: Unzertrennlich
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423211334
ISBN-13: 978-3423211338

Weitere Informationen:
Autorenportrait: Dora Heldt
Bücherserie: Dora Heldt
Leserunde: Unzertrennlich – Dora Heldt
Rezension: Unzertrennlich – Dora Heldt (Buch)
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